Sport : Bereit zum Verzicht

Die Herthaner Hartmann und Beinlich müssen Geldeinbußen hinnehmen, Rehmer steht vor der Vertragsverlängerung

Klaus Rocca

Berlin. Jörg Neubauer macht zurzeit Urlaub. Doch untätig in seinem Beruf als Spielerberater ist er deswegen noch lange nicht. „Ich habe ständig Kontakt mit Dieter Hoeneß“, sagt er. Das ist schon deswegen sinnreich, weil Hoeneß Manager bei jenem Verein ist, bei dem drei von Neubauer beratene Spieler aktiv sind: Marko Rehmer, Stefan Beinlich und Michael Hartmann. Und deren Verträge laufen, wie bei elf weiteren Spielern von Hertha BSC, am Saisonende aus. Dass Neubauers Job angesichts leerer Kassen wegen der Kirch-Krise nicht leichter geworden ist, liegt nahe. „Wir, die Spieler und ich, haben uns aber auf die aktuelle Situation eingestellt. Die fetten Jahre im Profifußball sind eben vorbei. Wir müssen alle an einem Strang ziehen, damit der Deutschen liebstes Spielzeug nicht kaputtgeht“, sagt Neubauer.

Auch Hartmann hat die Zeichen der Zeit erkannt: „Ich bin bereit, bei meinem Grundgehalt Einbußen hinzunehmen.“ Hoeneß hat bereits angekündigt, dass bei den kommenden Verträgen die Gehälter niedriger ausfallen, sie aber stark leistungsbezogen sein werden. Das heißt: Wer oft spielt und oft gewinnt, erhält höhere Prämien. Und wer oft spielt und dabei eine gewisse Anzahl von Einsätzen erreicht, dessen Vertrag verlängert sich automatisch. Hartmann macht kein Hehl daraus, dass er gern bei Hertha bleiben würde: „Ich habe zwar ein, zwei Anfragen, aber keine konkreten Angebote von anderen Vereinen. Ich möchte aber in Berlin bleiben.“

Das möchte auch Beinlich. Da er jedoch einer der Spitzenverdiener ist, zudem nach langer Verletzungspause den Gegenwert kaum noch erbringen konnte und im Januar bereits 31 wird, haben er und Neubauer keine leichte Aufgabe. Nach ersten Kontakten im September wurde zuletzt mit Beinlich, der auch auf einen Teil seines Gehaltes verzichten würde, nicht gesprochen. Was auch im Sinne Beinlichs ist, denn nur bei guten Leistungen hat er Trümpfe in der Hand.

Auf die kann Marko Rehmer bauen, auch wenn er schon 30 ist. Dem Vernehmen nach ist er sich mit Hertha bereits so gut wie einig. Neubauer: „Wir sind in der Endphase.“ Auch nach dem Vertrag über zwei oder drei weitere Jahre will Rehmer bei Hertha bleiben. „Wir haben für Marko Rehmer genügend Aufgaben, egal ob im Management oder als Trainer im Nachwuchsbereich“, sagt Martin Bader, Leiter der Fußballabteilung.

Auch die Verträge von Fiedler, van Burik, Tretschok, Schmidt, Nené, Preetz, Sverrisson, Maas, Tchami, Köhler und Nedzipi laufen aus. Preetz wird nach der Saison ins Management gehen, Sverrisson will seine Karriere endgültig beenden. Vielleicht wird er für die Rückrunde gemeinsam mit Rob Maas an den abstiegsbedrohten Zweitligisten LR Ahlen ausgeliehen. Nach der Saison trennen sich wohl die Wege von Hertha und Maas. Bei 25 Saisonspielen würde sich sein Vertrag automatisch verlängern, gerade mal auf drei Kurzeinsätze ist er bislang gekommen. Und vor elf Tagen wurde er 33.

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