Sport : Berg-Spektakel zum Finale der Tour de Ski

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Bischofshofen - Tobias Angerer hat großen Respekt vor dem Berg. „Ich werde mit der Bahn hochfahren und ihn mir mal von oben anschauen“, sagt der deutsche Langläufer. Will er die Tour de Ski heute am finalen Gipfel gewinnen, muss Tobias Angerer den 3,5 Kilometer langen Schlussanstieg in Val di Fiemme hinauf. Möglichst schnell.

Eine derartige Bergankunft hat es im Langlaufen noch nie gegeben. Zum Abschluss der Tour de Ski in Val di Fiemme (14.15 Uhr, live bei Eurosport) müssen alle Läufer 425 Höhenmeter bei einer durchschnittlichen Steigung von 12 bis 14 Prozent überwinden. „An einer Stelle beträgt die Steigung sogar 30 Prozent“, sagt Fis-Renndirektor Jürg Capol, „das ist neu in unserem Sport.“ Viele Sprintspezialisten müssen sich quälen. „Man wird einige seltsame Stilarten sehen“, sagt der Norweger Eldar Rönning, der gestern ein spannendes Rennen über 30 Kilometer gewann. Dabei stürzte Angerer, kam aber schnell wieder auf die Beine und verteidigte seine Tour-Führung mit einem fünften Platz. Vor dem letzten Rennen hat er 75 Sekunden Vorsprung vor dem Norweger Simen Östensen, der Angerers Sturz gestern zu einer Attacke nutzte, damit aber keinen Erfolg hatte.

Für den Sieg bei der Tour de Ski würde Angerer 400 Weltcup-Punkte und 125 500 Schweizer Franken erhalten. Angerer hat angekündigt, im Erfolgsfall das Geld mit der deutschen Mannschaft teilen zu wollen. Bei den Frauen geht die Finnin Virpi Kuitunen als Führende in das letzte Rennen über 10 Kilometer. Evi Sachenbacher-Stehle liegt als beste Deutsche auf Rang sechs.

Die Langläufer haben bei der Tour de Ski vieles vom Radsport imitiert: die Addition der Zeiten, die Zeitgutschriften sowie das Gelbe beziehungsweise Goldene Trikot. Die heutige Bergankunft kommt Radsport-Freunden sicher bekannt vor. Was im Sommer Alpe d’ Huez ist, soll im Winter Alpe Cermis werden. ben

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