Sport : Berglos glücklich

Streckenänderung bei der Deutschland-Tour verhilft Voigt ins Gelbe Trikot

Hartmut Scherzer

Seefeld - Normalerweise ereignen sich die aufregendsten Szenen eines Radrennens während der Fahrt oder im Ziel. Bei der fünften Etappe der Deutschland- Tour aber gab es die größte Aufregung vor dem Start. Als der Schweizer Rundfahrtleiter Roland Hofer in Bad Tölz das Zeichen zum Losfahren gab, blieben die Radprofis stehen. Sie streikten und verlangten wegen des schlechten Wetters, den 2020 Meter hohen Kühtai-Pass aus der Strecke der fünften Etappe zu streichen. Es waren weniger der Regen und die Kälte um null Grad, die die Radprofis zum Protest veranlassten, sondern die Gefährlichkeit der Abfahrt. Die Veranstalter gaben schließlich nach und verkürzten die Etappe von 189 auf 163,4 Kilometer.

Von dieser Verkürzung profitierte Jens Voigt, der in Seefeld als Vierter über die Ziellinie fuhr und von seinem Landsmann Erik Zabel das Gelbe Trikot übernahm. Die Etappe gewann der amerikanische Vorjahressieger Levi Leipheimer vom Team Gerolsteiner. Jens Voigt sagte: „Ich habe Glück gehabt, dass der erste Berg nicht mehr dabei war.“ Zudem sei auch das schlechte Wetter ein Vorteil gewesen. „Alles, was das Rennen schwer und eklig macht, ist gut für mich“, sagte er, „mein Körper funktioniert ganz gut im Regen.“

Leipheimer, der nach Saisonende zum Team Discovery Channel wechselt, hat nun größere Ambitionen. „Mein Ziel ist jetzt wie im Vorjahr der Gesamtsieg“, sagte er. Allerdings ist gegenwärtig der Russe Wladimir Gusew von Discovery Channel als glänzender Zeitfahrer der Favorit. Voigt hat nur drei Sekunden Vorsprung vor Gusew, Leipheimer folgt 14 Sekunden später. Die heutige Etappe von Seefeld nach St. Anton über das 1873 Meter hohe Hahntennjoch wird in voller Länge durchgefahren. Das haben die Hobby-Fahrer, die stets vor den Profis starten, bereits gestern getan. Sie ließen sich im Gegensatz zu den Berufsfahrern auch von der Kühtai-Passhöhe nicht abschrecken.

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