Sport : Bericht deckt auf: Im US-Baseball wird flächendeckend gedopt

New York - Der Nationalsport der US-Amerikaner steckt in einer Identitätskrise. Ein Bericht, den der frühere US-Senator George Mitchell erstellt hat, belegt, dass im Baseball flächendeckend gedopt wird. „Jeder der 30 Vereine hatte Spieler, die während ihrer Karriere Steroide oder Wachstumshormone genommen haben“, erklärte Mitchell bei der Präsentation seines 409-seitigen Berichtes, der den Dopingmissbrauch in der Major League Baseball (MLB) über mehr als ein Jahrzehnt dokumentiert. Insgesamt sind 85 Spieler aufgelistet, darunter sieben „Wertvollste Spieler“ („MVP“) des Jahres und mit Homerun-Rekordhalter Barry Bonds und Werfer Roger Clemens zwei der besten Spieler der MLB-Geschichte. Im Report werden Bonds 103 und Clemens 82 Dopingverstöße zur Last gelegt.

„Der Report ist ein Aufruf zum Handeln und ich werde handeln“, sagte MLB-Commissioner Bud Selig, der Mitchell mit den Recherchen beauftragt hatte. „Ich werde Strafen verhängen, wenn ich es für angebracht halte und vor allem, wenn die Integrität unseres Sports gefährdet ist.“ Erst seit 2002 führt die MLB Steroidtests durch, jedoch nicht nach international anerkannten Standards. Bis heute hat sich die Liga nicht den Gesetzen der Welt-Anti- Doping-Agentur angeschlossen. dpa

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