Sport : Berlin Capitals: Chronik eines verhinderten Todes

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1. März 2001: Der damalige Trainer des Eishockey-Klubs Berlin Capitals, Chris Valentine, teilt der Berliner Presse mit, dass seine Spieler und das gesamte Personal des Klubs seit zwei Monaten kein Gehalt bekommen haben.

3. März 2001: Chris Valentine wird entlassen, offiziell aus "sportlichen Gründen". Am gleichen Tage erhalten Sponsoren der Capitals Post vom Finanzamt. Darin wird ihnen mitgeteilt, dass ihr Geld statt an den Klub ohne Umwege an den Fiskus zu gehen hat. Es wird bekannt, dass die Capitals sechs Millionen Mark Schulden beim Finanzamt haben.

1. Juli 2001: Die Gesellschafter der DEL verweigern den Capitals die zu jeder neuen Saison notwendige Bestätigung ihre Lizenz. Inzwischen wird der Schuldenstand des Klubs mit 23 Millionen Mark beziffert. Ehemalige Spieler haben eine Anwaltskanzlei eingeschaltet, den Capitals droht der Konkurs.

15. Juli 2001: Auf der DEL-Gesellschaftertagung in Köln erhalten die Capitals überraschend ihre Lizenz zurück. Hauptgesellschafter Egon Banghard verbürgt sich persönlich dafür, dass der Klub bis zum 10. August 10,6 Millionen Mark vorweisen kann, um sich eines Teils der Schulden zu entledigen.

10. August 2001: In buchstäblich letzter Minute legen die Capitals der DEL einen Kontoauszug über die geforderten 10,6 Millionen Mark vor.

22. August 2001: Geschäftsführung und Aufsichtsrat entziehen den Capitals die Lizenz. Grund: Die Berliner können über die auf einem Konto hinterlegten 10,6 Millionen Mark nicht verfügen. Der Verbleib des Geldes ist unklar.

28. August 2001: Egon Banghard gelingt es dank finanzieller Hilfe seines Geschäftsfreundes Dietmar Hopp von den Mannheimer Adlern, die Capitals zu entschulden.

29. August 2001: Die Capitals erhalten in Frankfurt vom Aufsichtsrat der DEL die Lizenz für die Spielzeit 2001/2002. Der Berliner Eishockeyklub muss 100 000 Mark Strafe zahlen und bekommt für die neue Saison sechs Punkte abgezogen. Die DEL-Saison startet am 7. September doch wieder mit 16 Mannschaften.

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