Sport : Berlin Capitals: Das Geschäft der Jongleure

Claus Vetter

Das monatelange Hin und Her um die Lizenz der Capitals scheint beendet. Die Berliner bleiben vorerst in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Ein schöner Tag für die vielen treuen Fans der Capitals. Ob der gestrige Mittwoch indes auch ein erfreulicher Tag für die DEL war, das muss wohl bezweifelt werden. Zwar haben sich die Capitals wieder einmal in allerletzter Minute und auf wundersame Weise all ihrer Verbindlichkeiten entledigt, doch ist der Scherbenhaufen, den das Jonglieren mit Fristen, Bankbürgschaften und falschen Versprechungen hinterlassen hat, nicht so schnell zu kitten. Die Posse von der Spree hat die DEL Ansehen und Geld gekostet. "Jeder Klub kann nun damit rechnen, dass er zwanzig Prozent weniger Werbeeinnahmen hat, als in der vergangenen Saison" - so formulierte es ein Verantwortlicher eines Ligakonkurrenten der Capitals. Wer will schon mit unsicheren Kantonisten Geschäfte machen?

So groß die Freude darüber ist, dass in der zur Eisarena umgebauten Deutschlandhalle ab dem 7. September Spiele in der DEL stattfinden, so groß ist jetzt die Angst davor, dass im Herbst bei den Capitals die nächste Schmierenkomödie auf dem Spielplan steht. Weil das Geld erneut nicht reicht.

Bleibt zu hoffen, dass die Capitals nun wenigstens alles dafür tun, um ihr ramponiertes Image aufzupolieren und den am Eishockey angerichteten Schaden vergessen lassen. Der erste, kleine Akt nach der Erteilung der Lizenz deutet allerdings nicht daraufhin. Heute vormittag wollen die Capitals mit großem Trara ihre Rettung verkünden. Just zum selben Zeitpunkt, zu dem der lokale Konkurrent EHC Eisbären sein neues Team der Öffentlichkeit vorstellt.

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