Sport : Berlin Capitals: Erste Ehrenrunde

Claus Vetter

Die Zeiten, als Krefelder Eishockey-Profis schon bei der Anfahrt nach Berlin die Knie zitterten, gehören wohl doch nicht der Vergangenheit an. In den zurückliegenden Jahren waren die Pinguine aus Krefeld regelmäßig am EHC Eisbären oder den Capitals gescheitert. Diesmal aber schien ein gemütlicher Betriebsausflug vor ihnen zu liegen, denn gegen die Capitals, Tabellenletzter der Deutschen Eishockey-Liga (DEL), musste bisher kein Gegner brillieren, um zu drei Punkten zu kommen. Doch am Freitag war das anders: In ihrem fünften Saisonspiel kamen die Berliner beim 7:4 (1:2, 2:2, 4:0) gegen Krefeld zu ihren ersten Punkten der Saison.

Schon beim ersten Bully begannen die Capitals vielversprechend. Nach nur 31 Sekunden hatte Yvon Corriveau den Krefelder Torwart Roger Nordström aus Nahdistanz überwunden. Nachdem Heinz Ehlers nur zwei Minuten später mit einem Pfostentreffer für Aufregung sorgte, erhob sich der Großteil der 3500 Zuschauer von den Plätzen und klatschte. Die Euphorie aber hielt nur kurz an. Zwar waren die Krefelder keineswegs überragend, doch die Berliner patzten immer wieder in der Abwehr. Adrian Grygiel konnte dies als erster nutzen, Gilbert Dionne brachte die Gäste sogar noch im ersten Drittel in Führung.

Besonders bitter für die Capitals war, dass dem zweiten Krefelder Treffer eine Abseitsstellung von Purdie vorausging. Am dritten Tor der Pinguine durch Dan Lambert kurz nach Beginn des zweiten Drittels gab es hingegen nichts zu monieren. Es spricht für die Capitals, dass sie nach diesem Zwischenstand nicht resignierten. Nach dem bisherigen Saisonverlauf für die Berliner ist das keine Selbstverständlichkeit. Das 2:3 durch Andrej Wassiliew, der eine 5:3-Überzahlsituation nutzte, war wenig später schon wieder vergessen: Greg Andrusak hatte den Puck an seinem hilflosen Torhüter Andrej Mezin vorbei ins eigene Netz zum 2:4 gefaustet. Dionne wurde nach dem Missverständnis zwischen den beiden Berlinern als Torschütze für die Pinguine angegeben. Doch Tribunkow verkürzte auf 3:4 und es wurde wieder spannend. War das Kullertor durch Alexander Kercs zu Beginn des letzten Drittels noch ein wenig glücklich, so gingen dem 5:4 von Kercs und dem 6:4 durch Wassiliew brilliante Einzelleistungen voraus. Wjatscheslaw Fanduls erhöhte schließlich sogar auf 7:4. Am Ende einer äußerst unterhaltsamen Partie durften die Capitals zum ersten Mal in dieser Spielzeit Ehrenrunden laufen.

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