Sport : Berlin Capitals: Es geht aufwärts

Wer hätte das gedacht: Da hatten sich die Capitals im Sommer unfreiwillig alle Mühe gegeben, um mit einem unsäglichen Lizensierungs-Theater den Ruf der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) zu lädieren, waren dann mit ihrer auf die Schnelle zusammengesuchten Mannschaft mit vier Niederlagen in die Saison gestartet. Doch weitere vier Spieltage später sieht die Welt bei den Capitals ganz anders aus. Gunnar Leidborg, Trainer in Diensten der Berliner, hat offensichtlich gute Arbeit geleistet. Davon konnten sich am Sonntag 3100 Augenzeugen in der Deutschlandhalle überzeugen. Die Capitals schlugen die überraschend gut in die Saison gestarteten Schwenninger Wild Wings verdient mit 3:1 (3:0, 0:0, 0:1). Damit haben die Berliner aus ihren jüngsten vier Spielen immerhin zehn Punkte geholt.

Das Publikum belohnte die gelungene Vorstellung der Capitals schon nach dem ersten Drittel mit stehenden Ovationen. In den ersten 20 Minuten der Partie hatte sich Schwenningen nicht eine Torchance herausspielen können. Die Capitals brillierten in spielerischer Hinsicht wie noch nie in dieser Saison. Sicherlich mag das daran liegen, dass die Mannschaft von Leidborg nun langsam zusammen findet. Allerdings hatte der Trainer der Capitals auch gestern einen Ausfall zu beklagen. Andrej Wassiljew musste wegen einer Grippe passen. Es spricht für Leidborg, dass er bei den Umstellungen den Mut besaß, den 19-jährigen Jonas Lanier neben Yvon Corriveau und Heinz Ehlers in der ersten Sturmreihe aufzubieten. Nicht in die gleiche Kategorie fiel indes, dass Ersatztorhüter Jan Münster im Mitteldrittel für ein paar Minuten ins Tor durfte. Andrej Mezin hatte Probleme mit seiner Ausrüstung und kam bald zurück. Zu diesem Zeitpunkt war aber alles schon entschieden, die Berliner hatten im ersten Drittel durch zwei Tore von Corriveau und einen Treffer von Gordon Hynes für klare Verhältnisse gesorgt. Jason Deleurme gelang im Schlussdrittel der Schwenninger Ehrentreffer.

Der aus Mannheim gekommene Hynes war im übrigen gestern der auffälligste Akteur in der Verteidigung der Berliner, die Fehlerquote des Kanadiers lag bei null. Angesichts des Umstandes, dass Leidborg derzeit nur mit fünf Verteidigern spielen kann - gestern fiel auch noch Guy Leroux mit einem Schleudertrauma aus - soll die Defensive bald Verstärkung bekommen. "Langsam wird es eng, da muss endlich etwas was passieren", forderte Leidborg gestern nach dem Spiel. "Ich bin in der Sache sehr positiv gestimmt", meinte Olle Öst, "wir haben unserem Wunschkandidaten schon seinen Vertrag zugefaxt." Um welchen Spieler es sich handelt, wollte der Sportdirektor der Capitals nicht verraten: "Ich habe im Leben gelernt, dass zu viel Quatschen nichts bringt."

Da liegt Öst vielleicht nicht falsch. Genauso wenig lag der Schwede mit der Zusammenstellung des neuen Teams der Capitals daneben. Obwohl die Berliner vor Saisonbeginn mit sechs Punkten Abzug bestraft wurden, konnten sie mit dem Sieg über Schwenningen das Ende des Tableaus verlassen. Zu Recht, denn wie ein Tabellenletzter haben sich die Capitals am Sonntag nicht präsentiert.

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