Sport : Berlin Capitals: Interview: "Imageschaden für den ganzen Berliner Sport"

Herr Hanisch[Sie haben das Hickhack um die Lizenz]

Peter Hanisch (65) ist der Präsident des Landessportbundes in Berlin.

Herr Hanisch, Sie haben das Hickhack um die Lizenz der Capitals als "Affentheater" bezeichnet. Was treibt Sie an die Öffentlichkeit?

Ich habe mich lange genug zurückgehalten. Aber als Präsident des Landessportbundes Berlin sehe ich mich nun dazu veranlasst, meine Meinung zu sagen. Das, was sich bei den Capitals ereignet, habe ich noch nie erlebt und es frustriert mich ungemein.

Warum fühlen Sie als sich als LSB-Chef für einen bestimmten Verein zuständig?

Noch im vergangenen Jahr habe ich mich persönlich für die Capitals starkgemacht, dafür engagiert, dass der Senat seinen Beschluss, die Halle an der Jafféstraße vor dem Umbau der Deutschlandhalle abzureißen, zurücknimmt. Jetzt ist die Deutschlandhalle umgebaut und eine phantastische Spielstätte für den Eissport ...

ohne Profiteam, das Zuschauer anlockt.

Genau das ist das Problem. Zwar nutzen die Profis der Capitals nur 15 Prozent der Eiszeiten, der Rest ist für den Breitensport. Trotzdem sind die Capitals einer der Leuchtturme des Berliner Sports wie Hertha BSC, Union, Alba oder die Eisbären. Ich habe mich bewusst immer für die Capitals und die Eisbären eingesetzt. Die Derbys im Berliner Eishockey sind Spitzenevents in Berlin, ich war selbst schon öfter dort zu Gast. Wir brauchen diese Veranstaltung auch in der Zukunft.

Was werfen Sie den Capitals denn genau vor?

Die andauernde allgemeine Verunsicherung. Offensichtlich haben die Verantwortlichen zu lange die wirklichen finanziellen Umstände im Unklaren gelassen. Das überträgt sich natürlich auf potenzielle Sponsoren des Klubs und bringt einen Imageschaden. Nicht nur für die Capitals, sondern für den gesamten Berliner Sport.

Am Mittwoch läuft die letzte Frist für die Capitals ab. Haben Sie noch Hoffnung?

Es sieht schlecht aus. Ich hoffe aber, dass die Finanziers des Klubs endlich das umsetzen, was sie seit Wochen versprechen. Nämlich das nötige Geld zur Verfügung zu stellen.

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