Sport : Berlin ist am Ball

Handball-WM 2007 findet in Deutschland statt

Klaus Rocca

Berlin. Am 25. Mai empfängt Gerhard Schröder im Kanzleramt die deutsche Handball-Nationalmannschaft zur Gratulationscour nach dem Gewinn der Europameisterschaft. Gesprochen wird dann mit Sicherheit auch über die Weltmeisterschaft 2007. Die wurde gestern in Basel vom Rat der Internationalen Handball-Föderation (IHF) nach Deutschland vergeben. Der Deutsche Handball-Bund (DHB) war der einzige Bewerber.

Ob und, wenn ja, wie Berlin Spiele dieser Weltmeisterschaft sieht, ist noch unklar. Der Berliner Handball-Verband (HVB) hat sich bereits am Donnerstag nach Absprache mit der Senatsverwaltung und dem Landessportbund beim DHB als Spielort offiziell beworben. „Wir hatten uns schon im Vorfeld mit dem DHB abgestimmt und Berlin ständig ins Gespräch gebracht“, sagte gestern HVB-Präsident Henning Opitz.

Problematisch war bislang die geringe Zuschauerkapazität der Max-Schmeling-Halle. Der DHB, gerade erst den roten Zahlen entronnen, bevorzugt als Ausrichter so attraktive Hallen wie die Köln Arena und die Color Line Arena. Das Endspiel soll sogar im Fußballstadion Auf Schalke stattfinden, in dem der DHB mit rund 40 000 Zuschauern kalkuliert. Berlins Hoffnung, dass die geplante Anschutz-Arena am Ostbahnhof mit einem vorgesehenen Fassungsvermögen von 16 000 Besuchern rechtzeitig fertig wird, hat der HVB aufgegeben. „Das wird nichts mehr“, sagt Opitz. Erster Anpfiff bei der WM ist bereits am 21. Januar 2007.

Nun setzt der HVB auf eine Kapazitätserhöhung der Schmeling-Halle. „Die Senatsverwaltung hat uns zugesichert, dass durch eine kreative Bestuhlung über 10 000 Zuschauer Platz in der Halle finden“, sagt Torsten Burmester, HVB-Vizepräsident und persönlicher Referent des Bundeskanzlers. „Damit würden in Berlin die finanziellen Rahmenbedingungen stimmen.“

Wenn morgen der frühere Bundestrainer und jetzige DHB-Vizepräsident Horst Bredemeier nach Berlin kommt, werden die Berliner Verbandsoffiziellen auch die WM 2007 zur Sprache bringen. Bredemeier hat sich schon des Öfteren für die Sportstadt Berlin stark gemacht.

Befürchtungen, die Vorfälle bei der Frauen-Weltmeisterschaft 1997 könnten sich negativ für die Haupstadt auswirken, hat der HVB nicht. „Das ist kein Thema mehr und wird uns bei der Bewerbung keine Probleme bereiten“, sagt Opitz. 1997 waren zwei dänische Zuschauer von einem geistig Verwirrten erstochen worden.

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