Sport : Berlin ist raus

NAME

Berlin. Der Jubel hinter den Kulissen des Leipziger Reitturniers schien lauter als in der Arena. Das Team um den ehemaligen Springreiter Paul Schockemöhle freute sich aber nicht nur über die eigene Organisation. Der letzte Reiter war gerade erst durch den Parcours des Weltcup-Finales gegangen, da entschied eine Kommission des Weltverbandes FEI - beeindruckt durch die gelungene Ausrichtung - spontan, dass Leipzig neben Dortmund zweiter deutscher Standort der Westeuropaliga wird. Damit verliert Berlin seinen Rang als Weltcup-Station. Droht nun das Aus für das CHI? Organisator Kaspar Funke glaubt, dass es künftig schwer wird, die Weltklasse nach Berlin zu locken. „In diesem Jahr haben wir Glück. Es gibt keine Überschneidung mit anderen Turnieren", sagt Funke, „wir werden das Niveau noch halten können." In jedem Fall werden die Topreiter mehr Antrittsgage verlangen, allein schon als Ausgleich für fehlende Weltcup-Punkte.

„Wir haben den Vorteil", sagt Funke, „dass wir noch das Championatsfinale für Nachwuchspferde haben." Die Prämie, ein Mittelklassewagen, hat Zugkraft genug für Reiter wie Ludger Beerbaum und Franke Sloothak. Doch gerade die Topreiter waren es, die das CHI wegen seiner schlechten reiterlichen Bedingungen im Velodrom kritisiert hatten.

Leipzig gilt dagegen als Musterbeispiel, vergleichbar nur mit Göteborg, wo schon neun der 23 Finals stattfanden. Auch das CHI – seit dem ersten Weltcup 1978 dabei – war 1985 schon einmal Finalort. Doch auch in der Deutschlandhalle wurde 1991 die Weltcup-Frage gestellt - wegen fehlender Zuschauer. Damals übernahm Funke das CHI und zog 1997 ins Velodrom. Aber die Kritik blieb. Bis sich Funke Anfang 2002 für einen Umzug zurück an den Ursprung von 1936 ins Messegelände entschied. Gute Voraussetzungen für den Verbleib im Weltcup, sagte der Kommissions-Vorsitzende Max Ammann noch im November des vergangenen Jahres. Nun hat er sich doch anders entschieden. Funke ist davon überrascht, war Berlin in einer Umfrage unter den Reitern hinter Dortmund auf Platz zwei. Doch das war vor dem Finale. Ingo Wolff

0 Kommentare

Neuester Kommentar