Sport : Berlin-Marathon: "Es wird ein Lauf wie nie zuvor"

Wann haben Sie erfahren[dass Sie in Berlin den St]

Allan Steinfeld ist der Renndirektor des New-York-Marathons und gab in diesem Jahr den Startschuss zum Berlin-Marathon.

Wann haben Sie erfahren, dass Sie in Berlin den Startschuss geben werden?

Zum Thema Online Spezial: 28. Berlin-Marathon Ganz kurzfristig. Ich kam am Sonnabend in Berlin an, und der Fahrer, der mich am Flughafen abholte, fuhr mich nicht in mein Hotel, sondern zuerst zu Mark Milde, der für die Topathleten zuständig ist. Mark bat mich zum Start zu kommen und ein paar Worte zu sagen. Da habe ich gesagt, das mache ich.

Und der Startschuss?

Davon haben sie mir nichts gesagt. Erst als ich am Start stand, baten sich mich, auch den Startschuss zu geben. Das ist eine große Ehre für mich. Der Regierende Bürgermeister hielt die Pistole - und ich seine Hand.

Wie war die Stimmung Ihnen gegenüber in Berlin?

Es war eine sehr sympathische, freundliche und unterstützende Stimmung. Ich spreche ja kein Deutsch, deswegen habe ich nicht verstanden, was am Start geredet wurde. Aber immer wenn vom New-York-Marathon die Rede war oder mein Name fiel, gab es sehr großen Beifall. Das war bewegend. Ich hätte fast geweint.

Was sagen Sie zu dem Transparent mit dem Motto "United we Run".

Das ist eine sehr schöne Geste gewesen, dass die Organisatoren in Berlin dieses Motto übernommen haben, das wir in New York am 4. November bei unserer Veranstaltung haben werden. Und dann spielten sie nach dem Startschuss "New York, New York" - auch eine gute Idee. Ich glaube, das sollten wir bei uns auch machen.

Wie wird die Reaktion in New York auf die Berliner Initiativen sein?

Das weiß ich nicht genau. Aber ich habe gehört, dass zum Beispiel die New York Times am Montag eine große Geschichte über den Berlin-Marathon machen wird. Aber ich werde auf jeden Fall dafür sorgen, dass im Bereich des New-York-Marathons über die Initiativen in Berlin berichtet wird. Sobald wir ein Foto von dem Transparent "United we Run" haben, werden wir es auf unserer Internet-Seite präsentieren.

Was haben Sie denn nach den Terroranschlägen mit Blick auf den Marathon gedacht?

Als das erste Flugzeug in das World Trade Center flog, war ich in einem Taxi auf dem Weg ins Büro und dachte, es handelte sich um ein kleines Flugzeug. Erst als ich ins Büro kam, sah ich, was wirklich passiert war. Es war wie in einem Horrorfilm, viele haben geweint. Ich habe selbst keine Freunde oder Kollegen verloren, aber viele der Leute, die ich kenne, haben Menschen verloren, die ihnen nahe standen. An den New-York-Marathon habe ich erst sehr viel später wieder gedacht.

Haben Sie dann später überlegt, ob der New-York-Marathon überhaupt stattfinden kann?

Nach einiger Zeit habe ich gedacht: es wäre zwar sicher schön, aber dieser New-York-Marathon wird bestimmt nicht stattfinden können. Dann habe ich mit dem Bürgermeister telefoniert, um herauszubekommen, was er denkt. Er hat mir dann gesagt, wir sollten alles versuchen, um den Lauf stattfinden zu lassen. Kleinere Läufe mussten wir absagen, weil keine Polizisten zur Absperrung zur Verfügung standen. Aber der New-York-Marathon findet statt.

Wie wird der Marathon aussehen.

Wir werden das Leben feiern. Ich glaube, es wird ein Lauf wie nie zuvor. Beim New-York-Marathon ist die Stimmung durch die Zuschauer ohnehin immer einmalig. Der einzige Lauf weltweit, der da noch herankommt, ist der Berlin-Marathon - und ich weiß, wovon ich spreche.

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