Sport : Berlin-Marathon: Rekordergebnis vor dem Start

Jörg Wenig

Die Limits sind erreicht: Zum ersten Mal seit zehn Jahren, seit 1990 der erste Berlin-Marathon durch das Brandenburger Tor mit 25 000 Läufern stattfand, werden in den letzten Tagen vor dem Start des größten deutschen Straßenlaufes keine Meldungen mehr angenommen. Egal, ob Läufer oder Inline-Skater, wer jetzt noch sein Meldeformular zum Veranstalter SC Charlottenburg (SCC) geschickt hat, bekommt einen Brief mit dem Hinweis auf den 28. Berlin-Marathon zurück. Und der wird erst am 30. September 2001 gestartet.

Am nächsten Sonntag wird der 27. Berlin-Marathon mit der Rekordzahl von 27 017 Läufern, 6608 Skatern, 99 Rollstuhlfahrern sowie 219 Power-Walkern stattfinden. Insgesamt sind das 33 943 Teilnehmer, die über die klassischen 42,195 Kilometer starten. Dies ist, verglichen mit dem Vorjahr, eine Steigerung von 24 Prozent beziehungsweise ein Plus von 6751 Meldungen. Zählt man beim Berlin-Marathon noch die 5096 Schüler hinzu, die beim Mini-Marathon über 4,2195 km teilnehmen werden, steigt die Gesamt-Meldezahl sogar auf 39 039. Damit dürfte das erstmals vom Tagesspiegel präsentierte Rennen mehr Teilnehmer haben als das Istaf am Freitag im Olympiastadion Zuschauer.

Die letzten zehn Marathon-Startnummern wurden gestern über das Internet versteigert. Nutznießer dieser Aktion war Unicef. Der Erlös aus dieser Auktion kommt komplett dem Kinderhilfswerk zugute, mit dem der Berlin-Marathon zusammenarbeitet. Bis zum Vormittag waren Gebote von etwa 250 DM für die letzten Nummern abgegeben worden.

Der Etat für den diesjährigen Berlin-Marathon beträgt wie zuletzt etwa 3,4 Millionen DM. Mit 900 000 DM dieser Summe wurden die Topathleten verpflichtet. Im Kampf um die Siegprämie von 50 000 DM gilt neben einem halben Dutzend Kenianern vor allem der Spanier Fabián Roncero als Favorit. Bei den Frauen nimmt diese Rolle die italienische New-York-Marathon-Siegerin von 1998, Franca Fiacconi, ein, nachdem die vermeintliche Nummer eins mit einem Startverbot gestoppt worden war. Die Russin Madina Biktagirowa erhielt von ihrem Verband keine Freigabe für den Berlin-Start. Die Funktionäre nominierten die Läuferin kurzfristig doch noch für die Olympischen Spiele und verwehrten ihr das Visum für die Reise nach Berlin, obwohl Biktagirowa inzwischen kein Interesse mehr an einem Sydney-Start hatte. "Sie hat überlegt, ob sie mit ihrem weißrussischen Pass über Weißrussland ausreist, aber wir wollten es nicht auf die Spitze treiben", sagte ihr Manager Volker Wagner. Dafür bestätigte der SCC die Meldung eines anderen "Läufer-Stars": Nach Marathonrennen in Hamburg und New York wird Außenminister Joschka Fischer am Sonntag laufen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben