Berliner Amateurfußballer im Porträt : Faton Ademi und der Traum vom Profi

Seine Ausbildung muss warten. Weil es für Faton Ademi von Hertha 03 Zehlendorf vielleicht doch noch was mit der großen Karriere wird.

Rahul Rahman
Hat schon für andere namhafte Vereine gespielt: Faton Ademi.
Hat schon für andere namhafte Vereine gespielt: Faton Ademi.Foto: Kerstin Kellner

Zwischen Hobby und Beruf, dem Amateur- und Profidasein, existiert in Deutschlands Fußball eine Art Zwischenwelt: die vierten und fünften Spielklassen, Regional- und Oberliga. Dort tummeln sich ewige Talente, Ex-Profis und junge Spieler aus den Nachwuchsleistungszentren der Bundesligisten.

Einer von ihnen ist Faton Ademi. Aktuell glänzt der Stürmer bei Hertha 03 Zehlendorf mit 14 Toren und sieben Vorlagen in elf Spielen. Der 21-Jährige kommt aus der Jugend von Hertha BSC, wo er in der U16 Torschützenkönig und mit der U17 Deutscher Meister war. Mit 16 Jahren gab er erste Interviews und galt als einer für die Profis. Obwohl er sogar für die albanische U19-Nationalmannschaft spielte, reichte es nach der A-Jugend nicht sofort für einen Profivertrag.

Nach Stationen in der zweiten Mannschaft des 1. FC Nürnberg und bei Lok Leipzig ist der gebürtige Kosovare mittlerweile wieder in Berlin angekommen. Den Traum vom Profifußball hat er noch längst nicht abgehakt. „Die Dritte Liga ist mein Ziel“, sagt der Torjäger über den nächsten Schritt. Auch Trainer Markus Schatte sieht ihn noch längst nicht am Ende seiner Entwicklung: „Wenn er weiter an sich arbeitet und weiter trifft, dann traue ich ihm den Sprung in den Profibereich zu“, sagt er.

Das Potenzial bringt Ademi also mit. Aber weil der Sprung nicht einfach ist, setzte er nach der mittleren Reife alles auf den Traum vom Fußballprofi. Eine Ausbildung muss warten. Die braucht man in der Bundesliga nicht. Aber in der echten Welt, hinter der Zwischenwelt Oberliga.

Wir stellen in dieser Rubrik besondere Typen aus unteren Ligen vor, egal ob Spieler, Fan oder Platzwart. Haben Sie Vorschläge? Schicken Sie eine E-Mail an sport@tagesspiegel.de

Teil 1: Rudi Gutsmuths: Berlins ältester Fußball-Ultra
Teil 2: Rani Al-Kassem: Der Hulk der Berlin-Liga
Teil 3: Coco Shaheen: Der ägyptische Brasilianer
Teil 4: Ronny Rothé: Der singende Stadionsprecher
Teil 5: Alianni Urgellés Montoya: Vom Gold-Cup in die sechste Liga
Teil 6: Amir Mohra: Ein Tor geht um die Welt

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