Berliner bei der WM : "Alles ist voller Opas in zu engen Trikots"

Robert Schmidt aus Zehlendorf hält auch in Kapstadt die Berliner Fahne hoch. Der Student ist schon seit März auf Weltreise. Ein Interview.

Robert Schmidt, 25, studiert in Berlin und feiert in Afrika.
Robert Schmidt, 25, studiert in Berlin und feiert in Afrika.Foto: privat

Herr Schmidt, Sie stehen hier im Deutschen Klub Kapstadt auf einem Stuhl und schwingen eine Berliner Flagge.

Ich komme aus Zehlendorf und bin schon seit März auf Weltreise. Jetzt fahre ich unseren Jungs hinterher, um sie anzufeuern.

Die Luft hier im voll besetzten Theatersaal ist dünn, geht es Ihnen noch gut?

Natürlich, der Sauerstoffgehalt im Sechserzimmer meines Backpacker-Hostels ist deutlich niedriger.

Viele sind wohl auch wegen des Eisbeins und des Schnitzels gekommen

Ich unterstütze hier die deutsche Mannschaft. Zwei Jahre habe ich an der FU als Hilfskraft gearbeitet, um mir diesen Trip leisten zu können.

Hat es sich gelohnt?

Auf jeden Fall. In Lima habe ich erfahren, dass ich mein Examen bestanden habe.

Das klingt nicht nach Heimweh.

Absolut nicht. Aber manchmal würde ich mich doch gerne für zehn Minuten auf die Terrasse meiner Eltern beamen. Zum Beispiel, wenn ich mich für unsere Landsleute schäme. So fantasievolle Kostüme wie viele andere Fans – das kriegen die Deutschen einfach nicht auf die Reihe. Alles ist voller Opas, denen das Trikot von 1990 zu eng geworden ist.

Das Interview führte Esther Kogelboom.

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