Sport : Berliner City-Nacht: Dem Regen davongelaufen

Katharina Bruns

Das Beste an der 10. City-Nacht war die Nacht danach. Jedenfalls für Katrin Weßel. Die Berlinerin saß nämlich im Flugzeug nach Edmonton. Bei den Weltmeisterschaften wird sie Sonntag am Marathon teilnehmen. Der Lauf in Berlin war eine letzte Formüberprüfung vor den Welttitelkämpfen in Kanada. "Ich wollte die zehn Kilometer auf dem Kurfürstendamm als letzten Trainingslauf nutzen", sagte Weßel. Mit ihrer Zeit von 32:43 Minuten war sie sehr zufrieden und damit eine Minute schneller als die Zweitplazierte Kerstin Preßler.

In Edmonton muss Weßel die vierfache Strecke der City-Nacht zurücklegen. Dies wird ihr erster Marathon bei einem internationalen Großereignis sein. Dennoch ist die Läuferin vom SC Charlottenburg keine unerfahrende. Die lange Karriere der heute 33-Jährigen fand bereits 1987 in Rom ihren Anfang. Damals hieß sie noch Katrin Ullrich. Bei ihrer ersten WM-Teilnamhe wurde sie Dritte über 10 000 Meter.

Sie hat einen langen Atem und wird ihre vierten Weltmeisterschaften erleben. Inzwischen ist sie Mutter einer Tochter und mit André Weßel verheiratet, der sie auch trainiert. Ihre Familie hat sie jetzt stets um sich, ansonsten hat sich bei Katrin Weßel nicht viel verändert. Sie arbeitet genauso hart wie früher und trainiert in Berlin. In Vorbereitung auf Edmonton ging es sogar wieder nach Kienbaum ins Trainingslager, wo sie schon vor der Wende trainierte. "Hier habe ich totale Ruhe. Da kann ich sehr gut trainieren", erzählte sie.

Als sie vor einem Jahr nach der Geburt ihrer Tochter ihr Comeback gab, wechselte sie von der Bahn auf die Straße. Dieser Wechsel erwies sich als richtig, denn der Sieg beim Hamburg-Marathon 2001 gab ihr recht. Mit einer Zeit unter 2:30 Stunden qualifizierte sie sich für die WM. Auf die Frage welche Zeit sie jetzt in Edmonton laufen kann, antwortete sie: "Der Kurs ist sehr schwierig, daher kann man keine Prognosen wagen. Ich habe gut trainiert und fühle mich gut in Form."

Bei den Männern siegte der Brite Dan Robinson in einer Zeit von 29:58 Minuten vor dem Berliner Jirka Arndt, der mit 30:06 Minuten knapp dahinter ins Ziel kam. Er war mit seiner Leistung zufrieden, obwohl er unter 30 Minuten bleiben wollte. "Ich habe lange für das Tempo an der Spitze gesorgt, am Ende hat etwas die Kraft gefehlt", so der Olympiaachte. Seit Sydney laboriert er an einer Achillessehnenverletzung, die er nun recht gut im Griff hat. "Ich bin froh, dass ich meine Verletzung heute nicht gespürt habe. Das ist mir sehr wichtig", sagte der Läufer vom SC Charlottenburg weiter. Auch er möchte sich sportlich verändern und noch in diesem Jahr einen Marathon laufen. Vor vielen Jahren ist er mal aus Spaß den Berlin-Marathon gelaufen, "aber jetzt möchte ich mich gezielt auf Berlin vorbereiten", sagt Arndt. Deshalb hat auch er bereits deutsche Gefilde verlassen und befindet sich im Trainingslager in St. Moritz in den schweizer Alpen.

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