Berliner Fußball : Tennis Borussia - der FC Barcelona der fünften Liga

Wie ihre spanischen Profikollegen, so können sich auch die Charlottenburger Fußballspieler die Konkurrenz bequem von der Tabellenspitze aus anschauen. Ein Unentschieden an diesem Freitag reicht zum Aufstieg in die Regionalliga.

Friedhard Teuffel

Vielleicht ist es die schönste Saison ihrer Karriere für die Fußballspieler von Tennis Borussia und ihren Trainer Thomas Herbst. Kein einziges Mal verloren, das Berliner Pokalfinale erreicht, einen Startplatz für den DFB-Pokal ergattert und mit der Konkurrenz immer wieder Katz und Maus gespielt. Da ist es ein hübscher Zufall, dass der Lieblingsverein des Trainers der FC Barcelona ist. Denn genauso müssen sich die Spieler von Tennis Borussia in der Oberliga vorkommen: Sie können sich die Konkurrenz bequem von der Spitze der Tabelle anschauen.

An diesem Freitag wird es nun noch einmal ernst, wenn man es so nennen mag. Um 19 Uhr empfängt TeBe im Mommsenstadion den LFC Berlin, und einen Punkt müssen die Charlottenburger schon noch holen, um sich vorzeitig den Aufstieg in die Regionalliga zu sichern. Ein Unentschieden, das ist TeBe allerdings erst dreimal in dieser Saison unterlaufen. Ansonsten haben sie immer gewonnen. „Wir freuen uns jetzt richtig auf das Spiel, denn wir sind froh, wenn der Aufstieg endgültig feststeht und wir ein bisschen feiern können“, sagt Trainer Herbst.

Wehmut zum Saisonende?

Aber er könnte auch ein bisschen wehmütig sein, dass diese Saison nun bald zu Ende geht. „Wenn man verliert, bekommt man als Trainer Druck und gibt das an die Spieler weiter“, sagt Herbst. Und wenn man immer gewinnt? „Dann gibt man den Spielern öfter einen Tag frei. Das macht viel Lebensqualität aus.“

Dass es nun am Ende der Saison noch einmal Querelen gab, weil der Hauptsponsor wegen sexuellen Missbrauchs im Gefängnis landete, davon hat die Mannschaft offenbar nicht viel mitbekommen.

Ein DFB-Pokalsieger führt TeBe nach oben

Herbst spielte früher in der Bundesliga für den FC Bayern, Eintracht Braunschweig und Borussia Mönchengladbach und gewann mit den Münchnern 1982 den DFB-Pokal. Es scheint dem 46-Jährigen nicht schwer gefallen zu sein, seine Spieler immer wieder zu motivieren. „Meine Art ist es, nach Leistung zu trainieren und aufzustellen. Das haben die Spieler sehr schnell angenommen, weil sie sonst ihren Stammplatz verloren hätten.“

Ob seine Mannschaft schon jetzt in der Regionalliga gut mitgespielt hätte, darüber will Herbst nicht spekulieren. „Wir müssen uns schon noch verstärken, denn die Regionalliga hat noch andere Erfordernisse in Sachen Schnelligkeit und körperlicher Fitness“, sagt der Fußballlehrer. Vor allem im Sturm müsse sich noch etwas tun, in der Defensive dagegen weniger. Wer nur elf Tore zulässt, der wird sicher auch in der Regionalliga gut aussehen.

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