Berliner Handball-Füchse : Olympischer Ärger um ägyptischen Star

Am Mittwoch bestreiten die Füchse ihr Saisoneröffnungsspiel, doch möglicherweise wird Abwehrchef Hany El Fakharany fehlen. Nach der Rückkehr von Peking flog er erst nach Kairo - und verstimmte seinen Arbeitgeber.

Hartmut Moheit
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Peking - Kairo - Berlin. El Fakharany (rechts, gegen Dänemark bei Olympia) hat Reisestress.Foto: AFP

Kommt er – oder kommt er nicht? Bei den Füchsen Berlin herrschte Ratlosigkeit, ob Hany El Fakharany noch rechtzeitig zum  Saisoneröffnungsspiel am Mittwoch anreisen würde. Per Telefon war der Ägypter, der nach Olympia erst nach Kairo und nicht sofort nach Berlin geflogen war, jedenfalls nicht mehr zu erreichen. „Ich erwarte, dass er pünktlich da ist“, sagte Geschäftsführer Bob Hanning verärgert. Beim Auftritt des Berliner Handball-Erstligisten um 19.30 Uhr vor 1500 Fans in der Sporthalle Charlottenburg gegen das türkische EHF-Cup-Team Mersin Yenisehir BSK möchte er El Fakharany in Aktion sehen. Trainer Jörn-Uwe Lommel hatte seinen Abwehrchef zwar in Peking kurz per Telefon erreicht, aber auf einen Rückruf und die aktuellen Flugdaten wartete er vergeblich.

„Wenn Hany erst am Mittwoch wie von ihm geplant um 13.30 Uhr in Frankfurt landet, wird er es wohl zum Spiel nicht mehr schaffen“, erklärte Lommel. „Ich befürchte, dass ich das komplette Team erst am Donnerstag wieder sehe.“ Zumindest Bartlomiej Jaszka sei nach seinem Olympiaeinsatz für Polen wieder zurück, aber der müsse erst den Jetlag überwinden.

Gestörte Vorbereitung

Zu der momentan etwas gestörten Vorbereitung bei den Füchsen Berlin auf das erste Saisonspiel in der Bundesliga am kommenden Mittwoch gegen den Stralsunder HV gehört auch, dass Kjetil Strand, Jonathan Rivera-Vieco und Rico Göde verletzt sind. Deshalb passe der Gegner aus der Türkei sehr gut, sagte Lommel. „Ich schätze diesen Gegner vom Niveau her etwa wie Stralsund ein, vielleicht etwas schwächer.“ Erfahrungen mit dem türkischen Handball habe er nicht. „Ich glaube, ich habe mal vor vielen Jahren in der Jugend oder bei den Junioren gegen ein Team aus diesem Land gespielt“, erzählte er.

Es kam den Füchsen Berlin diesmal aber von vorn herein nicht darauf an, geballte Klasse zur Saisoneröffnung zu präsentieren. „Mit dem Hintergrund der Immigration sowie der deutsch-türkischen Freundschaft haben wir uns für diesen Gegner entschieden“, erklärte Bob Hanning. Das sei gerade in der Stadt spannend, und die Füchse verständen sich nun mal als ein gesamtberliner Verein. „Das Spiel gegen Mersin soll Appetit auf Handball machen, die Vorfreude auf die Saison wecken.“ Bis auf Rico Göde, der nach einem Bruch der linken Mittelhand noch bis in die zweite September-Hälfte ausfallen wird, erwartet Hanning den Einsatz aller Spieler zum Saisonstart.

Ziel Europacup

Weitere Verstärkungen seien zunächst nicht vorgesehen. Hanning wollte zwar bei seinem Olympia-Trip nach Peking erneut mit ägyptischen Handball-Präsidenten Hassan Moustafa über eine Verpflichtung des Linkshänders Ahmed El Ahmar sprechen, aber „ich bin mit Moustafa nicht ins Gespräch gekommen. Wir sind aber weiterhin an dem Spieler interessiert.“

Ansonsten habe er sich „zukunftsorientiert umgesehen“, denn schließlich wollen die Füchse Berlin in den kommenden drei Jahren zur Europacupreife gelangen. Noch ist das Vision, ein einstelliger Tabellenplatz in der bevorstehenden Saison wäre ein Schritt dahin. Dafür muss aber alles stimmen, auch die Pünktlichkeit. Es wäre deshalb wichtig, wenn auch Hany El Fakharany heute dabei sein würde.

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