Berliner Handballer präsentieren ihr neues Team : Wenn Füchse feiern

Handballbundesligist Füchse Berlin formuliert offensiv seine zukünftigen Ambitionen. „Wir wollen uns in den nächsten fünf Jahren viermal für den Europapokal qualifizieren“, sagt Manager Bob Hanning.

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Der Abend beginnt mit einem theatralischen Soundtrack. Um kurz vor Acht betritt ein Musiker die Bühne im Theater einer Berliner Spielbank, er singt „Eye of the Tiger“, jenen weltbekannten Song aus der „Rocky“-Reihe, der wie kein zweiter für den Aufstieg sportlicher Außenseiter steht. Das passt ganz gut zu der Geschichte, die an diesem Donnerstag noch einmal erzählt werden soll. Zur Geschichte der Füchse Berlin, die sich zweieinhalb Monate nach Beendigung der erfolgreichsten Spielzeit der Vereinsgeschichte und zehn Tage vor dem Start der Handball-Saison 2012/13 bei der offiziellen Teampräsentation selbst feiern. Die, das wird schnell klar, aber auch längst kein Bundesliga-Aufsteiger mehr sind wie vor fünf und keine Überraschungsmannschaft wie vor zwei Jahren – sondern ein Champions-League-Teilnehmer, der seine Ambitionen mittlerweile offensiver und langfristiger formuliert.

„Wir wollen uns in den nächsten fünf Jahren viermal für den Europapokal qualifizieren“, sagt Manager Bob Hanning vor 350 Gästen, „im Idealfall natürlich für die Champions League“. Die Gäste, unter ihnen Sponsoren, Spieler, Nachwuchsspieler, Verbandsfunktionäre, Wegbegleiter, klatschen mit den Pappen, die auf ihren Plätzen ausgelegt worden sind, in die Hand. Kapitän Torsten Laen sagt später, innerhalb der Mannschaft sei es erklärtes Ziel, in den nächsten Jahren einen Titel zu gewinnen. Wieder Applaus.

Bob Hanning hört solche Sätze ungern, weil sie naturgemäß die Erwartungshaltung beeinflussen. Hanning redet lieber über seine A-Jugend, die 2012 zum dritten Mal in Folge Deutscher Meister geworden ist und zur Auszeichnung geschlossen auf die Bühne tritt. Es folgen Sven-Sören Christophersen, der beste Torschütze der vergangenen Saison, Nationalkeeper Silvio Heinevetter sowie Neuzugang Börge Lund, die durchaus unterhaltsam aus dem Nähkästchen plaudern. Der Abschluss ist dem zweiten Neuen vorbehalten, dem Russen Konstantin Igropulo. Weil Igropulo bislang kaum Deutsch spricht, springt Iker Romero als Dolmetscher ein. „Hello first of all“, sagt Igropulo. „Hallo erstmal“, übersetzt Romero gekonnt. Gelächter. Der Abend endet, wie er begonnen hat: volkstümlich.

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