Sport : Berliner Läufer verzählt sich bei Runden

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Carsten Schlangen, können Sie nicht bis 15 zählen?

Ich kann natürlich bis 15 zählen. Aber wenn dann ein paar Runden vor Schluss nicht mal mehr der Hallensprecher weiß, wie lange noch zu laufen ist, kann man schon durcheinander geraten.

Sie haben bei den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Leipzig beim 3000-Meter-Lauf eine Runde zu früh den Sprint angezogen. Was genau ist passiert?

1000 Meter vor dem Ziel habe ich gedacht: „Bleib auf jeden Fall an Jan Fitschen dran.“ Plötzlich war ich verwirrt, denn nach der viertletzten Runde wurden nur noch zwei verbleibende auf der Tafel angezeigt. Dass der Rundenanzeiger fälschlicherweise von 4 auf 2 umgeschaltet hatte, habe ich nicht mitbekommen. Ich war ja voll auf das Renngeschehen und meine Gegner konzentriert. Zudem hat der Hallensprecher die noch zu laufenden Runden falsch angesagt.

Aber dann war wieder alles in Ordnung.

Okay, in der nächsten Runde hat sich die Anzeige nicht verändert. Und auch der Sprecher verkündete dann wohl die richtige Restdistanz. Aber ich habe mich da schon so auf meinen Antritt konzentriert, dass ich das weder gesehen noch gehört habe. Auf meiner fiktiven Zielgeraden habe ich auf den letzten 100 Metern alles gegeben und bin hinter Jan als Zweiter über die Linie gelaufen.

Wann haben Sie Ihren Irrtum bemerkt?

Eigentlich sofort. Ich hab’ gesehen, dass Jan voll in die Kurve geht und nicht austrudelt.Dann ist Arne Gabius auch vorbeigezogen. Da hab ich überlegt, ob ich noch weiterlaufen soll; am Ende wurde ich Vierter. Aber Du freust Dich über Platz zwei und dann passiert so etwas.

Die Fragen stelle Jörg Leopold. Das ganze Interview im Blog „Heimvorteil“: blog.tagesspiegel.de/heimvorteil

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