Berliner Sportlerin des Jahres 2014 : Lena Schöneborn: Die Moderne

Fünfkämpferin Lena Schöneborn ist Berlin Sportlerin des Jahres – ihr nächstes Ziel: die Heim-WM 2015.

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Immer fokussiert. Lena Schöneborn verlor das Ziel nicht aus dem Blick – und siegte bei der EM in Ungarn.
Immer fokussiert. Lena Schöneborn verlor das Ziel nicht aus dem Blick – und siegte bei der EM in Ungarn.Foto: AFP

Dass Lena Schöneborn sehr vielseitig begabt ist, liegt bei einer Modernen Fünfkämpferin in der Natur der Sache. Doch zu ihren fünf Hauptdisziplinen – Fechten, Schwimmen, Reiten, Schießen und Laufen – kam 2014 noch eine hinzu: Arbeiten. In diesem Jahr konzentrierte sie sich neben dem Sport auch auf ihre ersten Berufserfahrungen im Marketing. „Und das ist schon eine neue Herausforderung“, betont Schöneborn. Umso bemerkenswerter ist es, welche Erfolge ihr gelungen sind. Sie wurde Europameisterin im Einzel und im Team. Das brachte ihr am Samstagabend einen weiteren Titel ein: erstmals ist sie Berlins Sportlerin des Jahres. Schöneborn bekam bei der Wahl 14,4 Prozent der abgegebenen Stimmen.

„Superzufrieden“ sei sie mit diesem Jahr, sagt die 28-Jährige. Dabei war es als ein Zwischenjahr eingeplant, bis zu den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro ist ja noch etwas Zeit. Doch bei der EM in Szekesfehervar (Ungarn) lief es bestens. Und auch wenn sie bei der Weltmeisterschaft in Warschau mit Platz vier eine Medaille knapp verpasste, lieferte sie in den vergangenen zwölf Monaten einen beachtlichen Beweis dafür, wie Athleten, die ihren Sport nicht unter Profibedingungen ausüben, dort trotzdem erfolgreich sein können. Denn selbst als Olympiasiegerin, diesen Namenszusatz trägt Schöneborn seit den Spielen von 2008 in Peking, muss eine Moderne Fünfkämpferin den Spagat zwischen Arbeit und Sport schaffen.

Schöneborn rief den Modernen Fünfkampf den Deutschen wieder ins Gedächtnis. Jene Sportart, die der Olympia-Erfinder Pierre de Coubertin initiiert hatte, um den wahren König der Athleten zu finden. Und Schöneborn hofft darauf, dass das Interesse daran in den nächsten zwei Jahren hierzulande weiter wächst. Zunächst findet im Sommer 2015 in ihrer Heimatstadt Berlin die Weltmeisterschaft statt (28. Juni bis 6. Juli). „Das gibt mir natürlich eine Extra-Motivation“, sagt sie. „Das wird sehr besonders.“ Und dann folgt 2016 der große Höhepunkt: Olympia in Rio.

Doch mehr Aufmerksamkeit für den Modernen Fünfkampf wird sich nur mit mehr Erfolgen einstellen. Weil Schöneborn beides anstrebt, und weil die WM in Berlin auch schon für die Olympia-Qualifikation zählt, wird sie vom nächsten Jahr an die Kombination Sport und Arbeit weiter perfektionieren müssen. Sie sei nun zwar nicht mehr so flexibel wie während ihres Studiums, betont Schöneborn. Aber sie lernt, besser Schwerpunkte zu setzen: „Denn ich möchte ja auch im Beruf so viel wie möglich mitnehmen.“ Es ist ein ständiges Abwägen. So will sie in der nächsten Saison auch wieder mehr am Schwimmen arbeiten, in dieser Disziplin sieht sie das größte Steigerungspotenzial. Das heißt: intensiveres Training und mehr Absprache im Büro.

Ende Januar startet jedoch eine weitere Initiative, die Athleten wie ihr das Sporttreiben erleichtern soll: die Deutsche Sportlotterie. Deren Erträge sollen die bestehende Sportförderung ergänzen. Deshalb rührt Schöneborn dafür kräftig die Werbetrommel. Ihre Vielseitigkeit ist also weiterhin gefragt.

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