Berliner Transferoffensive : BR Volleys verpflichten Nicolas Le Goff

Mit der Verpflichtung des Franzosen Nicolas Le Goff leiten die Berliner eine Transferoffensive ein - weitere internationale Topspieler sollen folgen.

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Nicolas Le Goff bekommt in Berlin einen Vertrag für zwei Jahre.
Nicolas Le Goff bekommt in Berlin einen Vertrag für zwei Jahre.Foto: dpa

Auch mit 62 Jahren setzt sich Kaweh Niroomand neue Herausforderungen. Der Manager der BR Volleys will einen Italienischkurs belegen, neue Sprachen zu lernen hält geistig fit und ergibt auch Sinn. Der neue Trainer Roberto Serniotti ist ja Italiener. Und für den ersten Neuzugang zur kommenden Saison wäre auch ein Französisch-Kurs eine Option.

Denn Nicolas Le Goff wechselt nach Berlin. Der französische Nationalspieler erhält beim deutschen Vizemeister einen Vertrag über zwei Jahre. Niroomand nennt die Verpflichtung des Mittelblockers „spektakulär“. Mit 23 Jahren sei er „noch jung, aber bereits international erfahren“. Bei der WM im vergangenen Jahr, bei der Le Goff mit Frankreich den vierten Rang belegte, habe er zu den besten Spielern auf seiner Position gehört.

Le Goff verfügt über Spielwitz

Wer sich Videos des Franzosen im Internet ansieht, dem fällt neben dem zackig rasierten Streifen im Haar vor allem die Wucht des Mittelblockers auf. Le Goff springt, blockt und schmettert wie ein 2,06 Meter großer Flummiball. Es ist zwar nur ein Zusammenschnitt der besten Szenen, aber wer es in einer großen Volleyballnation wie Frankreich früh auf über 60 Länderspiele gebracht hat, muss seine Qualitäten haben. Niroomand kennt sie. „Neben seinem athletischen Körperbau ist er sehr schnell und verfügt wie viele Franzosen über Spielwitz. Dazu haben seine Angaben viel Potenzial.“

Le Goff lässt sich folgendermaßen zitieren: „Die BR Volleys sind ein toller Klub mit einer großartigen Organisation und hohen Ambitionen“, er sei sich sicher, dass er sich in Berlin „bestmöglich weiterentwickeln“ könne.

Mit seinem Verein Montpellier UC wurde der gebürtige Pariser vergangene Saison zwar nur Tabellenelfter bei 14 Erstligateams. Dennoch glaubt Niroomand, mit einem Jahr Verspätung einen Ersatz für Srecko Lisinac gefunden zu haben. Der junge Serbe hatte mit seiner Athletik maßgeblichen Anteil an der Meisterschaft im Vorjahr. Seinen Weggang konnte Rob Bontje trotz aller Routine nie kompensieren, der Niederländer hat sich mittlerweile dem belgischen Klub Noliko Maseeik angeschlossen. „Le Goff kommt an Lisinac heran, wir haben ihn für die Stammposition geholt“, sagt der Manager. Mit Tomas Kmet und Felix Fischer ist die Mittelblock-Position damit besetzt bei den Volleys.

Mindestens fünf weitere Neuzugänge kommen

Der neue Trainer Serniotti war in die Auswahl des Neuzugangs eingebunden, unter den drei Kandidaten auf der Liste war Le Goff nicht der günstigste. Für Niroomand „lohnt sich dieses Investment, es ist hilfreich wenn andere Kandidaten sehen, dass solche Spieler nach Berlin kommen wollen“. Es zeigte auch die Ambitionen der Volleys, die sich den deutschen Meistertitel zurückholen und in der Champions League die Runde der letzten Sechs erreichen wollen. Le Goff sollen daher einige internationale Verstärkungen folgen. Denn bei deutsche Profis bleibt es beim alten Problem: „Es gibt nur fünf, sechs, sieben Einheimische, die auf unserem Niveau spielen könnten, aber die gehen lieber ins Ausland weil sie dort mehr verdienen“, klagt Niroomand.

Und so könnte es in der kommenden Saison zu babylonischer Sprachvielfalt bei den Volleys kommen. Fünf bis sechs weitere Neuzugänge kündigt Niroomand an, nur die Verträge müssten noch unterschrieben werden. Bis Ende Juni soll der Kader komplett sein. „Es wird sehr international in der kommenden Saison“, sagt der Manager. „Aber selbst mit deutschen Spielern würde es bei so einem Umbruch dauern, bis sich eine Mannschaft bildet.“ Viele Neuzugänge würden immerhin Italienisch sprechen, weil sie in der dortigen Liga gespielt haben. Und Trainer Serniotti, der holpriges Englisch und noch kein Deutsch spricht, kann seit seiner Zeit in Tours auch Französisch und sich so mit Le Goff verständigen. Dennoch könnte es nicht schaden, wenn sich Niroomand neben Italienisch noch für weitere Sprachkurse anmeldet.

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