Berliner Fußball : Saison-Endspurt: Wer steigt auf, wer will nicht?

Die Saison geht auf die Zielgerade, Zeit für einen Blick auf die Tabellensituation in den unteren Ligen. Wo gibt es Aufstiegsduelle, wo lauert das Abstiegsgespenst? Und warum steht der BAK in der Oberliga schon als Aufsteiger fest?

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Immer montags werfen wir hier einen Blick auf den Berliner Fußball.
Immer montags werfen wir hier einen Blick auf den Berliner Fußball.Foto: promo

In der NOFV-Oberliga Nord ist sieben Spieltage vor Schluss eigentlich alles angerichtet für einen spannenden Endspurt um den einzigen Aufstiegsplatz. Der Berliner Athletik Klub 07 (BAK) hat am Wochenende mit einem Sieg über Brandenburg Süd die Tabellenspitze zurückerobert, Hansa Rostock II (mit noch einem Spiel mehr) und der Torgelower SV Greif liegen aber nur knapp dahinter mit zwei, bzw. drei Punkten Rückstand. Eigentlich eine spannende Konstellation, doch die Sache hat einen gewaltigen Haken: Bis auf die Berliner hat keiner der Verfolger einen Antrag auf eine Regionalliga-Lizenz gestellt, womit die Aufstiegsfrage bereits geklärt ist. Wer sportlich am Ende die Nase vorne hat, ist dabei eher zweitrangig.

Die einzige noch offene Frage ist nun die, ob der Klub aus dem Moabiter Poststadion nach Prüfung der Unterlagen beim DFB auch offiziell grünes Licht für die Regionalliga bekommt. Falls nicht, wird diese Oberligasaison endgültig zur Farce, denn der einzige Klub der außer dem BAK eine Regionalligalizenz beantragt hat, ist der aktuelle Tabellensiebte, Optik Rathenow. Die Brandenburger geben sich zuversichtlich, alle Auflagen beim DFB erfüllen und so am Ende als unverhoffter Aufsteiger dastehen zu können.

Oberliga - Spannung nur im Abstiegskampf

Mehr Spannung, vor allem aus Berliner Sicht, bietet in der Oberliga der Abstiegskampf. Mit dem Lichterfelder FC, Tennis Borussia und den Reinickendorfer Füchsen kämpfen hier gleich drei Hauptstadt-Klubs um den Klassenerhalt. Schlusslicht ist momentan der Ludwigsfelder FC, davor stehen die drei Berliner. Drei Abstiegsplätze gibt es insgesamt. Im schlimmsten Fall könnten also alle drei den Gang in die Berlin-Liga antreten, am wahrscheinlichsten sind aktuell eher zwei. Und der Spielplan hält am kommenden Wochenende einen Krimi bereit, am Freitag kommen die Füchse zum Abstiegs-Derby gegen TeBe ins Mommsenstadion (Anstoß 19 Uhr). Für den Fall, dass mehr als ein Berliner Verein aus der Oberliga absteigt, wird die Berlin-Liga übrigens für eine Saison aufgestockt, im Folgejahr dann über eine erhöhte Absteiger-Zahl wieder ausgedünnt.

Berlin-Liga: Viktoria steht vor Aufstieg

In der aktuellen Spielzeit ist das Aufstiegsrennen in der Berlin-Liga kaum spannender als in der Oberliga, hierfür sind allerdings ausschließlich sportliche Faktoren verantwortlich. Es gibt ebenfalls nur einen Aufstiegsplatz und der BFC Viktoria marschiert einsam vorneweg. Kürzlich gab es zwar die beiden ersten Saisonniederlagen, doch die Tempelhofer sind seit vergangenem Wochenende (3:0 gegen Stern 1900) wieder zurück in der Spur und mit 16 Punkten Vorsprung bei noch sieben ausstehenden Spielen so gut wie aufgestiegen. Spannung gibt es auch hier nur im Tabellenkeller, wobei man den Lichtenrader BC mit 17 Punkten Rückstand wohl schon abschreiben kann und auch der Köpenicker SC, mit sieben Punkten Rückstand, kaum noch realistische Chancen hat. Es muss aber noch ein dritter Verein in die Landesliga absteigen und hier sieht es nach einem engen Rennen zwischen gleich vier Klubs aus: Spandau 06 und der BFC Preußen sind punktgleich, drei Punkte mehr haben der NSC C. Trabzonspor und Stern 1900.

Packende Landesliga-Duelle

Wenigstens die Landesliga hat packende Aufstiegsrennen zu bieten, und das gleich in beiden Abteilungen. Hier qualifizieren sich die beiden Staffelsieger direkt für die Berlin-Liga, die beiden Zweiten spielen in der Relegation in Hin- und Rückspiel den dritten Aufstiegsplatz aus. In der zweiten Abteilung gibt es an der Spitze ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem SC Staaken (aktuell 57 Punkte) und dem 1.FC Wilmersdorf (56 Punkte, aber noch ein Spiel mehr). Am kommenden Sonntag steigt das Spitzenspiel zwischen diesen beiden Teams, Anstoß ist um 15:00 im Volkspark in Wilmersdorf. Alle anderen Konkurrenten sind weit abgeschlagen. In der 1. Abteilung stehen Hürriyet-Burgund und der BSV Hürtürkel punktgleich an der Spitze. Im direkten Duell zwischen den beiden türkischen Klubs gab es vor zwei Wochen ein packendes 5:5. Bleiben die beiden vorne, bedeutet das für den ambitionierten Club Italia Berlino den nächsten gescheiterten Aufstiegsversuch. Aussichtslos ist die Situation für die Charlottenburger aber noch nicht, aktuell beträgt der Rückstand auf das Führungsduo vier Punkte.

Überlebenskampf der Urgesteine

Die größte Sensation bahnt sich allerdings im Tabellenkeller an: Der Spandauer SV, der in der Winterpause noch ohne jeden Punkt dastand und wie ein sicherer Absteiger aussah, räumt das Feld von hinten auf und ist nur noch drei Punkte vom rettenden 13. Platz entfernt. Die wundersame Wiederauferstehung des Spandauer Traditionsklubs und Ex-Zweitligisten sorgt jetzt für ein spannendes Abstiegs-Fernduell mit einem weiteren Berliner Urgestein. Denn der erste auf dem rettenden Ufer ist momentan der BFC Alemannia 90-Wacker, dessen Vorgängerklubs, der SC Wacker 04 und der BFC Alemannia 90 beide einst Berliner Meister waren und jahrzehntelang zu den großen Adressen im Berliner Fußball gehörten. Wacker spielte in den siebziger Jahren für drei Spielzeiten in der Zweiten Bundesliga, 1975/76 kam es dort sogar zum direkten Duell mit dem Spandauer SV.

Jetzt also das Wiedersehen zum Überlebenskampf in Liga Sieben. Und auch der SCC, ein weiterer ehemaliger Zweitligist, könnte hier noch reinrutschen, aktuell stehen die Charlottenburger auf dem 11. Tabellenplatz mit acht Punkten Vorsprung auf den SSV, doch denen ist nach der bisher gezeigten Aufholjagd alles zuzutrauen.

Alle aktuellen Tabellen und Ergebnisse zu den unteren Ligen lassen sich hier nachlesen.

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