Berlin-Sport : Ärzte wollen TV-Spots über Bade-Gefahren Sieben Gelähmte nach Unfällen seit Mitte Juli

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Die ungewöhnliche Häufung von Querschnittslähmungen nach einem Badeunfall hat jetzt Unfallärzte aufgeschreckt. „Wir wollen eine Aufklärungskampagne über die Gefahren von Sprüngen starten“, sagt Walter Schaffartzik, Direktor der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie am Unfallkrankenkhaus Berlin (UKB). Denkbar wären zum Beispiel Radio oder Fernsehspots nach dem Vorbild eines Beitrages im dänischen Fernsehen. „Da sprang ein junger Mann kopfüber von den Klippen“, sagt Andreas Niedeggen, Chefarzt des Behandlungszentrums für Rückenmarksverletzte am UKB. „Dann ein Filmschnitt. Unter Wasser sank ein Rollstuhl auf den Grund.“ Doch wie so eine Kampagne zu finanzieren wäre, das sei noch offen, sagt Klinikdirektor Schaffartzik. Da müsse man die Krankenkassen und andere sozialen Träger mit ins Boot holen.

Anlass ist der jüngste Unfall eines 19-Jährigen an einem See bei Cottbus. Der junge Mann sei am Sonnabend beim Sprung ins Wasser mit dem Kopf auf den Grund geprallt, sagt sein behandelnder Arzt Andreas Niedeggen. Dabei brach er sich den fünften Halswirbel und wird wohl querschnittsgelähmt bleiben. Zurzeit beobachten die Mediziner wie berichtet eine Häufung derartiger schwerer Badeunfälle. Der 19-Jährige ist das siebte Opfer seit Mitte Juli. Die Patienten sind alle zwischen 15 und 29 Jahre alt. Hoffnung auf Besserung haben die Ärzte bisher nur bei einem 15-Jährigen. Dieser könne inzwischen wenigstens den rechten Arm heben und damit grob zugreifen. „Das ist ein großer Fortschritt“, sagt Niedeggen. „Aber die einzelnen Finger werden gelähmt bleiben.“ I.B.

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