Alba Berlin : Ein Ausrufezeichen gesetzt

Tabellenführer Alba Berlin gewinnt das Spitzenspiel der Basketball-Bundesliga gegen Bamberg klar mit 83:68.

Helen Ruwald

Berlin - Das Maskottchen Albatros schlug einen Salto, die 8861 Fans in der ausverkauften Max-Schmeling-Halle tobten, tröteten und trommelten, nachdem sie die letzte Spielminute stehend verfolgt hatten, um Alba Berlins Basketballer nach dem 83:68 gegen die Brose Baskets Bamberg zu feiern. Allein die Berliner Spieler ließen jegliche Emotionen vermissen nach der Demontage des Deutschen Meisters durch den Tabellenführer. Fast wirkte es so, als hätte ihnen Trainer Luka Pavicevic in der letzten Auszeit das Jubeln untersagt. Schließlich war es vier Wochen vor Play-off-Beginn nur ein Schritt auf dem Weg zum Titelgewinn in der Basketball-Bundesliga.

Dieser Schritt allerdings war gewaltig. Bamberg, von Alba schon im Hinspiel mit 80:60 deklassiert, hätte noch deutlich höher verlieren können: 78:49 hatte Alba schon geführt, ehe den Gästen noch eine Aufholjagd gelang. „Kämpfen Brose, kämpfen“, hatten Albas Fans zwischenzeitlich hämisch gebrüllt, wohl wissend, dass das durch Verletzungen geschwächte, aber gut harmonierende Berliner Team nicht zu schlagen sein würde.

War Alba so gut oder Bamberg, wo Demond Green verletzt fehlte, so schwach? „Wir waren gut“, meinte Albas Geschäftsführer Marco Baldi, „ich sage schon die ganze Saison, dass Stabilität das entscheidende Thema ist. Wir wachsen und sind auf dem richtigen Weg.“ Die sonst für Alba typischen Aufs und Abs fehlten. Obwohl Pavicevic von Anfang an viel wechselte, wirkte das Team stabil.

Die Mannschaft spielte konzentriert, glänzte mit Teamgeist, benötigte keinen Alleinunterhalter und kompensierte den Ausfall von Kapitän Patrick Femerling und Sascha Rasic scheinbar problemlos. Spieler, die sonst wenig Einsatzzeiten bekommen, nutzen ihre Chance: Center Mladen Pantic machte neun Punkte, der junge Philip Zwiener in einem seiner besten Spiele für Alba zehn. Zweistellig punkteten außerdem Aleksandar Nadjfeji (14), Julius Jenkins (13), Immanuel McElroy (11) und Bobby Brown (10). Topscorer war Bambergs Dwayne Mitchell mit 16 Punkten.

„Ein exzellenter Sieg, auch im Hinblick auf die Ausgangsposition für die Play-offs“, sagte Albas Trainer Luka Pavicevic. Sein Gegenüber Dirk Bauermann wurde konkreter. „Das zweite Viertel war unser Genickbruch“, sagte er zu den zehn Minuten, in denen seinem Team nur fünf Punkte gelungen waren. „Wir haben die Bindung verloren und Alba nicht in den Griff bekommen.“ Ein einziges Mal hatte Bamberg geführt, 16:15 im ersten Viertel, in dem Dijon Thompson mit drei Dreipunktewürfen neun der ersten zehn Berliner Punkte gemacht hatte. Bauermann gab zu, dass er lieber gegen Nationalmannschafts-Center Femerling (2,15 Meter) gespielt hätte als gegen „so eine kleine, bewegliche Mannschaft“ um Nadjfeji (2,03 Meter) und Zwiener (2,01 Meter). „Da konnten wir unsere großen Leute nicht so einsetzen und waren zu langsam“, sagte Bauermann.

Albas Geschäftsführer Baldi hatte sich ein „Ausrufezeichen“ von seinem Team gegen den alten Rivalen aus Bamberg gewünscht. Das hat Alba gestern eindrucksvoll gesetzt. Helen Ruwald

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