Alba Berlin : Henrik Rödl: Nummer 4 kehrt zurück

Es werden sicherlich emotionale Momente: Mit einem Abschiedsspiel gegen seinen neuen Klub Trier ehrt Alba Berlin Henrik Rödl für 17 Jahre Treue.

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Dreijahresvertrag in Trier. Henrik Rödl signalisiert mit der rechten Hand, wie lange sein neuer Kontrakt läuft.
Dreijahresvertrag in Trier. Henrik Rödl signalisiert mit der rechten Hand, wie lange sein neuer Kontrakt läuft.Foto: p-a/dpa

Berlin - Wenn schon Abschied vom Stadtleben, dann richtig. Und so siedelte sich Basketballtrainer Henrik Rödl nach seinem Abschied aus Berlin (3,4 Millionen Einwohner) mit seiner Familie nicht in Trier (105 000 Einwohner) an. Sondern in einem kleinen rheinland-pfälzischen Dorf am Stadtrand Triers. „Die Wege sind hier kleiner und kürzer“, hat Henrik Rödl festgestellt. Nur am Mittwochabend kann er wieder breite und lange Wege sehen.

Henrik Rödl spielt heute mit seiner neuen Mannschaft TBB Trier in der Großarena am Ostbahnhof das Saisoneröffnungsspiel gegen Alba Berlin (19 Uhr). Was für die Trierer Spieler lediglich ein Vorbereitungsspiel ist, ist für Alba Berlin und Henrik Rödl ein Abschiedsspiel. Also etwas ganz Besonderes. „Das wird für mich persönlich sicherlich ein emotionaler Moment“, sagt Henrik Rödl, „ich bin ganz froh, dass das Spiel vor der Saison stattfindet.“ Nach 17 Jahren bei Alba Berlin ist er im Sommer nach Trier gewechselt.

Zuletzt hatte Henrik Rödl in Berlin als Nachwuchstrainer gearbeitet. Seit 1993 hat der gebürtige Offenbacher seine gesamten Profijahre beim Berliner Bundesligisten verbracht, sportlich verantwortete er dessen Aufstieg zum besten Basketball-Klub Deutschlands mit. Und er erlebte seit 2002 als Spieler wie auch bis 2007 als Cheftrainer, dass der Verein nicht mehr regelmäßig Deutscher Meister wurde. „Henrik Rödl ist der Leim, der Alba zusammenhält“, hat sein ehemaliger Mitspieler Wendell Alexis einmal gesagt.

Alba Berlin will sich für diese Treue bei Henrik Rödl mit dem heutigen Abschiedsspiel bedanken. Im Internet spekulieren einige Fans, dass seine Nummer 4 nicht mehr vergeben werden könnte und stattdessen unter der Hallendecke hängen könnte. „Ich habe keine Ahnung, was der Verein vorhat“, sagt Henrik Rödl. „Ich freue mich, dass Alba dieses Spiel möglich macht.“ In Sven Schultze und Patrick Femerling stehen zwei Spieler in der neu formierten Berliner Mannschaft, mit denen Rödl noch zusammengespielt hat. „Patrick Femerling hat auch bei meiner Jugendmannschaft mittrainiert, als er verletzt war“, sagt Rödl. Doch das Wiedersehen mit den beiden Ex-Kollegen sei nur ein kleiner Teil dessen, was das Spiel für ihn so besonders mache.

In Trier hat Henrik Rödl einen Dreijahresvertrag unterschrieben. Weniger als zwei Millionen Euro stehen dem Team zur Verfügung. Kein Vergleich mit Alba, das über 7 bis 8 Millionen Euro verfügen dürfte. „Wir sehen uns nicht als Konkurrent von Alba“, sagt er. Es gehe darum, ein Programm aufzubauen und Spieler weiterzuentwickeln.

Seine Aufgabe in Trier ist eine Mischung aus dem, was Henrik Rödl in Berlin zuerst als Cheftrainer der Profis und dann als Jugendtrainer gemacht hat. „Das hat auch den Reiz für mich an der neuen Aufgabe ausgemacht“, sagt er. Allerdings wird seine Arbeit von einer Affäre getrübt, die vor seinem Amtsantritt lag. Die Unterschrift eines Spielers, mit der dieser einem Gehaltsverzicht zugestimmt haben soll, soll gefälscht sein. In der Affäre ermittelt die Staatsanwaltschaft, gestern trennte sich der Aufsichtsrat vom Vereinsvorstand Lothar Hermeling.

In Philip Zwiener, Dragan Dojcin, Oskar Fassler und Oliver Clay hat Henrik Rödl vier Berliner mitgenommen. Beschwert habe sich Alba nicht. „Die waren ja frei“, sagt Rödl, „das kann Alba ja auch stärken.“ Wenn sie sich weiterentwickeln und irgendwann zurückwechseln. Und so kommt es, dass Henrik Rödl auch in Trier ein bisschen für Alba arbeitet.

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