Alba gewinnt gegen Frankfurt : Sieg über Selbstdarsteller

Alba bezwingt Frankfurt im Spitzenspiel 81:77 und erobert Platz zwei.

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Spieler findet Rolle. Albas Bryce Taylor (r.) machte ein starkes Spiel.
Spieler findet Rolle. Albas Bryce Taylor (r.) machte ein starkes Spiel.Foto: Christian Krüger

Berlin - DaShaun Wood hatte Großes vor, das sollten alle sehen. Als letzte Aufwärmübung vor dem Spiel bei Alba Berlin war der nur 1,85 Meter große Spielmacher der Frankfurt Skyliners an einen der Körbe gesprungen, da hing er nun am Ring, machte einen Klimmzug und baumelte ein wenig mit den Beinen. Eine einigermaßen exzentrische Vorbereitung auf das Spitzenspiel der Basketball-Bundesliga zwischen dem Tabellendritten Alba und dem Zweiten Frankfurt. Doch Wood schien diese Form der Selbstdarstellung zu benötigen, um sich in Stimmung zu bringen: Der 25-Jährige erzielte 32 Punkte und bestimmte eine Halbzeit lang das Spiel, am Ende konnte er Albas verdienten 81:77 (35:44)-Sieg in einem packenden Spiel aber nicht verhindern.

Albas vergangene Saison war in den Play-offs mit einer Niederlage gegen die Skyliners geendet, auch deshalb war es für die Berliner ein besonderes Spiel. Nicht nur für den ehemaligen Frankfurter Derrick Allen, der mit 17 Punkten bester Alba-Werfer war. Es waren allerdings die Gäste, die zunächst spielten, als hätten sie etwas gutzumachen. Mit 13 Zählern in Folge setzten sich die Frankfurter auf 17:6 ab, trafen gut aus der Distanz und sammelten nahezu jeden freien Ball ein. Erst nach dem ersten Viertel, das 15:28 verloren ging, kam Alba langsam besser ins Spiel, der zwischenzeitlich 16 Punkte betragende Rückstand jedoch wollte kaum schmelzen. Mit der Halbzeitsirene traf Wood einen Dreier zum 44:35, danach zeigte er den 11 104 Zuschauern eine Grimasse und bedachte das weite Rund der Arena am Ostbahnhof mit einigen arroganten Gesten.

Die Albafans pfiffen Wood fortan bei jeder Ballberührung aus. Und auch ihr Team schien nicht länger gewillt zu sein, sich in eigener Halle herumschubsen zu lassen: Mit sieben Punkten in Folge setzten die Berliner ihre Aufholjagd fort, Frankfurt behauptete in einem nun packenden Spiel einen knappen Vorsprung. Wood traf weiter gut, was ihm allerdings auch keine Sympathien einbrachte. „Komm nie mehr hierher“, brüllte ihm ein Zuschauer entgegen. Die nicht immer souveränen Schiedsrichter taten ein Übriges, um die Nerven der Alba-Fans – und von Trainer Luka Pavicevic – zu belasten. Pavicevic verzichtete völlig darauf, Yassin Idbihi oder Lucca Staiger aufs Feld zu schicken – dafür spielte sich ein anderer Ersatzmann in den Vordergrund: Bryce Taylor erzielte beim 71:69 die erste Führung seit den Anfangsminuten für die nun begeisternd kämpfenden Berliner. Der Flügelspieler blockte einen Frankfurter spektakulär beim Wurf, erkämpfte sich einen Offensivrebound, fing einen gegnerischen Pass ab. Kurz: Er tat all die kleinen Dingen, mit denen man enge Basketballspiele gewinnt. „Das ist meine Rolle in der Mannschaft“, sagte Taylor. „Ich versuche einfach, Energie und Intensität aufs Feld zu bringen.“

Als Taylor rund eine Minute vor Schluss auf 79:73 erhöhte, war das Spiel so gut wie entschieden. DaShaun Wood brachte sein Team mit einem Korbleger noch einmal auf 77:79 heran, der Sieg war den Berlinern aber nicht mehr zu nehmen, ebenso wenig der den Frankfurtern entrissene Tabellenplatz zwei. „In der ersten Hälfte hat Frankfurt uns den Rhythmus genommen. Und wir waren zu weich“, fasste Bryce Taylor den Abend zusammen. „Aber dann haben wir uns reingebissen.“

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