Alba und der BBL-Spielplan : Und täglich grüßt Phoenix Hagen

Nachdem Berlins Basketballer zuletzt zwei Mal in Folge gegen den Mitteldeutschen BC spielen mussten, trifft Alba nun doppelt auf Phoenix Hagen. Dabei den Überblick zu behalten, ist großer Sport.

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Doppelt durchsetzen. Immanuel McElroy (r.) musste zweimal gegen den MBC ran – und jetzt zweimal gegen Hagen.
Doppelt durchsetzen. Immanuel McElroy (r.) musste zweimal gegen den MBC ran – und jetzt zweimal gegen Hagen.Foto: Imago

Berlin - Nach 1 kommt 18, dann 2, dann 19. Zumindest im Spielplan der Basketball-Bundesliga (BBL). Nachdem Alba Berlin zuletzt zwei Mal in Folge gegen den Mitteldeutschen BC spielen musste, einmal als Nachholspiel vom ersten Spieltag, dann regulär als Partie des 18. Spieltags, trifft Alba nun doppelt auf Phoenix Hagen: heute (19 Uhr) und am Sonntag dann zu Hause. Das eine ist der zweite, der andere der neunzehnte Spieltag.

Wer da den Überblick behält, liest privat nur Terminkalender. „Der Spielplan ist katastrophal“, klagt Jörg Busche, der Vorsitzende des Fanklubs Alba-Tross. „Das ist sicherlich eine Sondersituation“, sagt BBL-Sprecher Dirk Kaiser, der sich an ein ähnliches Doppel-Doppel-Duell außerhalb der Play-offs nicht erinnern kann.

Der Blick auf die Tabelle hilft wenig bei der Orientierung. So hat Spitzenreiter Bamberg schon 19 Spiele absolviert, Alba bisher nur 17 Spiele, zwischendurch waren es vier Spiele weniger. Damit ist die Tabelle zwar noch aussagekräftiger als vergangene Saison, als es auch für Niederlagen Punkte gab. Vergleichbar sind die Leistungen der Teams so aber nicht. „Das nervt, das kenne ich aus keiner anderen Sportart, dass man auf die Tabelle schaut und nicht weiß, woran man ist“, sagt Busche. „Unser Ziel ist es, die Tabelle so aussagekräftig wie möglich zu halten“, sagt Kaiser, „unter den gegebenen Umständen.“ Die Umstände, die er meint, sind der Europapokal, die Hallensituation und das Fernsehen.

Der Rahmenspielplan wird sehr früh festgelegt - und kann dann nicht eingehalten werden

Wenn der BBL-Rahmenspielplan für die kommende Spielzeit festgelegt wird, steht noch nicht fest, wer in welchem Europapokal spielen wird. Alba muss zum Beispiel Spiele nachholen, weil man wegen der Europaliga-Qualifikation die ersten Spieltage verpasst hat. Der europäische Spielplan schreibt auch vor, dass die nationalen Ligen nicht bis vor September und nach Juni entzerrt werden dürfen, aus Rücksicht auf WM- und EM-Turniere.

Das zweite Problem ist die Verfügbarkeit der Hallen. „Man darf uns nicht mit der Fußball-Bundesliga vergleichen, wo die meisten Vereine Eigentümer sind und samstags um 15.30 Uhr das Stadion immer für sich haben“, sagt Kaiser. Außer Bonn sind alle BBL-Klubs nur Mieter, auch Alba teilt sich die Großarena am Ostbahnhof mit den Eisbären, André Rieu, Phil Collins und anderen Veranstaltungen.

Zum Dritten ist da das Fernsehen, für das die Liga oft auch Tipp-off-Zeiten kurzfristig ändert. So spielt Alba in Hagen anders als ursprünglich angekündigt um 19 Uhr und nicht um 20 Uhr. „Wir sprechen mit Sport1 die Übertragungszeiten sechs bis acht Wochen im Voraus ab“, sagt Kaiser, doch manchmal frage das Regionalfernsehen an, ob man den Spielstart nicht vorverlegen könne, damit der Sender am Abend Ausschnitte senden kann.

„Fernsehen ist das Goldene Kalb, da ist jede Sekunde Sendezeit eine Verlegung wert“, klagt Busche. Doch viel mehr als Doppelduelle – „die gibt es auch in den Play-offs“ – und Tip-off-Zeiten ärgern ihn die Spielverlegungen. „Die Bahn zeigt einem den Vogel, wenn man das Ticket zur Auswärtsfahrt zurückgeben will, weil das Spiel verlegt wurde – oder man kennt ein sehr nachsichtiges Busunternehmen.“

In großen Ligen wie Italien oder Spanien haben alle Teams gleich viele Spiele. Doch solange in Deutschland die Vereine nicht Herr in den eigenen Hallen sind und sich die Liga nicht gegen Europaliga und Fernsehen durchsetzen kann, wird sich nicht viel am Zerrbild ändern.

Alba-Geschäftsführer Marco Baldi hat jedenfalls Verständnis. „Für uns ist das kein Problem, der Spielplan ist eine Herkulesaufgabe“, sagt er. Und bemängelt dann doch: „Wir wären gegen ein unberechenbares Team wie Hagen lieber zunächst zu Hause angetreten.“

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