Anton muss gehen : Fan-Liebling Wilczynski verlässt die Füchse

Fünf Jahre lang war Konrad Wilczynski das Gesicht des Teams. Jetzt wurde dem Österreicher mitgeteilt, dass er nach dieser Saison nicht mehr bei den Füchsen angestellt sein wird.

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Nach fünf Jahren Berlin ist Schluss. Konrad "Conny" Wilczynski muss die Füchse nach der Saison verlassen.
Nach fünf Jahren Berlin ist Schluss. Konrad "Conny" Wilczynski muss die Füchse nach der Saison verlassen.Foto: Kai-Uwe Heinrich tsp

Berlin – Konrad Wilczynski spürt in diesen Tagen „eine mächtige Erleichterung“. Vor einiger Zeit schon waren Signale zu ihm durchgedrungen, dass er nach dieser Saison nicht mehr beim Handball-Bundesligisten Füchse Berlin angestellt sein würde. Aber jetzt habe es ihm Geschäftsführer Bob Hanning selbst offiziell gesagt, in einem langen Gespräch, das sei wichtig gewesen. „Ich bin jetzt entspannt wie ein Österreicher“, sagt Wilczynski, „auf eine Wende habe ich ohnehin nicht mehr gehofft. Aber wenn ich spielen darf, dann gebe ich als Profi alles bis zum letzten Tag.“ Die nächste Chance dazu gibt es heute ab 17.30 Uhr in der Schmeling-Halle beim letzten Heimspiel des Jahres gegen den TSV Hannover-Burgdorf.

Fünf Jahre lang war der gebürtige Wiener das Gesicht des Teams. „Das Positive in dieser Zeit überwiegt total“, sagt der 28-Jährige, „ich habe in Berlin etwas mitgestalten dürfen.“ Mit seiner sympathischen Art und seiner frechen Spielweise hat er sich schnell die Gunst des Publikums erspielt. Bei jedem seiner Heimtreffer ertönte der „Anton aus Tirol“. In der Saison 2007/08 traf der „Anton“ 237 mal und war damit erfolgreichster Werfer in der Bundesliga. Dass die Melodie zuletzt viel, viel seltener gespielt wurde, hatte zwei wesentliche Gründe. Wilczynski verletzte sich bei der EM in Österreich ziemlich schwer an der Hand, gleichzeitig wurde der Ersatz auf seiner Position Linksaußen, der Kroate Ivan Nincevic, zur Stütze der Mannschaft.

Ein Luxusproblem für die Füchse, auch finanziell. Da sie sich auf anderen Positionen für ihren zu erwartenden Einsatz im Europacup verstärken müssen, ist die Trennung von einem der zwei starken „Nur-Linksaußen“ unumgänglich. „Die Entscheidung ist uns sehr schwer gefallen, schließlich hat Conny in den vergangenen Jahren die Füchse sehr geprägt“, sagt Hanning. „Er hat großen Anteil an der Entwicklung der Füchse Berlin und ist gerade für die Fans auch eine Identifikationsfigur geworden.“ Gemeinsam mit Petr Stochl und Markus Richwien ist Wilczynski einer der dienstältesten Füchse-Spieler.

Nun sucht Wilczynski einen neuen Klub, bevorzugt in Deutschland oder Spanien. Bis eine Entscheidung fällt, freut er sich erst einmal auf seine erste WM-Teilnahme mit Österreich im Januar in Schweden. Danach geht er auf seine Abschiedstournee mit den Füchsen. Wenn es nach Konrad Wilczynski geht, endet sie in der Champions League.

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