Aus im Viertelfinale droht : BBL-Play-offs: Alba verliert auch Spiel zwei

Die Basketballer von Alba stehen vor dem Aus in den Bundesliga-Play-offs. Im zweiten Viertelfinale kassierten die Berliner eine 63:76-Niederlage in Frankfurt und brauchen nun ein kleines Wunder, um doch noch ins Halbfinale einzuziehen.

Helen Ruwald
Die Hände zum Himmel. Julius Jenkins (vorn) gibt alles, kommt aber nicht an den Ball.
Die Hände zum Himmel. Julius Jenkins (vorn) gibt alles, kommt aber nicht an den Ball.Foto: Imago

Nur Marco Baldis Kiefer waren in Bewegung und malträtierten einen Kaugummi. Ansonsten reglos saß der Geschäftsführer von Alba Berlin hinter der Korbanlage in der Ballsporthalle von Frankfurt-Höchst und sah einen Dreipunktewurf nach dem anderen in den Korb fliegen, durfte unter dem begeisternden Gebrüll Frankfurter Fans Dunkings und Tip-Ins bewundern. Baldi hätte auf die Vorführung gerne verzichtet, fand sie aus Berliner Sicht doch auf der falschen Seite statt. Alba lag dreieinhalb Minuten vor Schluss 55:74 zurück, und nicht nur Baldi war klar, dass das Spiel nicht mehr kippen würde. Als Spielmacher Steffen Hamann später für Alba traf, klatschte auf der Ersatzbank keiner seiner Teamkollegen Beifall. Sie hatten das Anfeuern voller Frust eingestellt. Rashad Wright presste ein Handtuch an den Mund, Sportdirektor Henning Harnisch fuhr sich hilflos über den Kopf. Worte fanden nur die 5002 Fans in der ausverkauften Halle, die verzückt „Zugabe, Zugabe“ brüllten.

Ihr Team siegte am Donnerstagabend im zweiten Play-off-Viertelfinalspiel 76:63 (35:31) und führt in der Best-of-Five-Serie 2:0. Alba muss am Sonntag (17 Uhr, Arena am Ostbahnhof) unbedingt siegen, sonst ist die Saison vorzeitig beendet. Es wäre ein abruptes, unschönes Ende nach einer so starken Saison auf internationaler Ebene, die erst im Finale des Eurocups endete. Hamann gab sofort nach Spielende Durchhalteparolen aus: „Wir wollen Deutscher Meister werden, wir sind gut genug und müssen das jetzt zeigen. Mit dem Druck können wir umgehen.“

Im Gegensatz zu Spiel eins hatte Alba diesmal eine reelle Siegeschance

Das erste Spiel in Berlin hatte Alba 71:76 verloren – nicht mit Pech, sondern als schwächeres, physisch und psychisch weniger frisches Team. Danach hatten die Berliner rigoros durchgegriffen und Flügelspieler Jurica Golemac aus disziplinarischen Gründen suspendiert. An seiner Stelle stand Center Cemal Nalga seit längerem erstmals wieder im Kader, kam aber nicht zum Einsatz.

Auch ohne ihn sah es lange gut aus für die Berliner. Das Team zeigte von Beginn an große Entschlossenheit und mehr Aggressivität als bei der Heimniederlage vier Tage zuvor. Im Gegensatz zu Spiel eins hatte Alba diesmal eine reelle Siegeschance – bis zum Ende des dritten Viertels. Wie schon in letzter Sekunde des zweiten Viertels trafen die Frankfurt Skyliners mit der Sirene einen Distanzwurf und gingen mit einer 58:53-Führung in den vierten Spielabschnitt. Dort waren sie nicht mehr zu stoppen und spielten sich in einen Rausch. Vor allem Seth Doliboa (13 Punkte) ärgerte die Berliner gewaltig, sein Team zog mit einem 11:0-Lauf auf 69:53 davon. „Das war der Knackpunkt“, sagte Baldi, „das hat uns das Genick gebrochen. Frankfurt hat immer wieder in letzter Sekunde Dreier getroffen.“ Mit dem Selbstbewusstsein des ersten Sieges und des Vorsprungs ließ der Hauptrunden-Siebte dem Zweiten keine Chance mehr. „Wir müssen besser spielen“, hatte Frankfurts Coach Gordon Herbert nach dem ersten Sieg gefordert – im letzten Viertel kam das Team um Topscorer Derrick Allen (19 Punkte) seiner Aufforderung nach.

Alba verlor das Reboundduell 24:37, verwandelte nur 12 von 24 Freiwürfen und traf sieben Dreier, während es bei den Gästen elf waren. Center Adam Chubb war mit 18 Punkten bester Berliner Werfer war, auch Derrick Byars (11 Punkte, drei Dreier) und Rashad Wright (12 Punkte) trafen zweistellig. Die Punkte Einzelner zählen jetzt nicht mehr für Alba, es zählen nur noch Siege: Dreimal in Folge muss Alba die Frankfurter schlagen, um das jähe Saisonende zu verhindern.

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