Basketball : Alba scheitert im Viertelfinale der BBL-Playoffs

Frühe Ferien: Alba Berlin unterliegt den Frankfurt Skyliners im vierten Play-off-Viertelfinale 58:69 und verliert die Serie 1:3.

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Berlins Rashad Wright (l) spielt gegen Frankfurts Aubrey Reese. Das Spiel endete 87:76 nach Verlängerung.
Berlins Rashad Wright (l) spielt gegen Frankfurts Aubrey Reese. Das Spiel endete 87:76 nach Verlängerung.Foto: ddp

Frankfurt am MainSteffen Hamann rieb sich mit beiden Handflächen über das verschwitzte Gesicht, als könne er nicht ganz glauben, was auf der Anzeigetafel der Ballsporthalle von Frankfurt-Höchst zu lesen war. 26 Sekunden waren zwar noch zu spielen – und Hamann ist normalerweise kein Basketballer, der aufgibt, bevor die Schlusssirene erklungen ist. Allerdings war ihm und allen anderen Anwesenden zu diesem Zeitpunkt klar, dass die verbleibenden Sekunden auf das Play-off-Aus von Alba Berlin zutickten. Im vierten Spiel der Erstrunden-Serie unterlagen die Berliner bei den Frankfurt Skyliners 58:69 (27:31) und schieden mit 1:3 aus. Damit verpasst Alba zum zweiten Mal in Folge das Finale um die Deutsche Meisterschaft. Im vergangenen Jahr war das Team von Trainer Luka Pavicevic im Halbfinale an Bonn gescheitert, in dieser Saison kam das Aus noch eine Runde früher. „Die Frankfurter haben sich das Halbfinale verdient, weil sie alle vier Partien auf sehr hohem Niveau gespielt haben“, sagte Pavicevic. „Besonders heute waren sie sehr inspiriert.“

Von Anfang an war am Mittwochabend offensichtlich, dass es die Frankfurter um jeden Preis vermeiden wollten, zu einem entscheidenden fünften Spiel nach Berlin reisen zu müssen. Nachdem Alba einen 0:6-Rückstand in ein 5:6 verwandelt hatte, rannten sich Derrick Byars und Blagota Sekulic mehrmals übermotiviert fest, ihre Ballverluste nutzten die Skyliners zu Schnellangriffen. Mit einer 12:0-Serie zogen die Frankfurter unter dem Jubel der 4830 Zuschauer davon. Bis zum Zwischenstand von 7:20 wollte den Berlinern spielerisch rein gar nichts gelingen. Erst nach der ersten Viertelpause kam Alba ins Spiel – dank Hamann. Der Aufbauspieler, eigentlich alles andere als ein Dreierspezialist, traf zweimal in Folge aus der Distanz und blockte auf der anderen Seite Frankfurts Spielmacher Pascal Roller. Die Berliner Auswechselspieler sprangen von der Bank auf und übten sich im kollektiven Fäusteballen.

Alba kam kurz nach der Pause bis auf einen Punkt heran

Allerdings schlichen sich auch in der Folge wieder viele Unkonzentriertheiten bei Alba ein, Frankfurt zog beim Stand von 31:21 auf zehn Punkte davon. Der entscheidende Mann dabei war Derrick Allen, der sich wie ein wild gewordener Brummkreisel um seine Gegenspieler herumdrehte und alle neun Frankfurter Punkte im zweiten Abschnitt erzielte. Am Ende war er mit 26 Punkten, neun Rebounds und vier Ballgewinnen der überragende Mann des Spiels. Trotz Allens ungeheurer Energie waren die Berliner beim Halbzeitstand von 27:31 wieder dicht herangerückt.

Kurz nach der Pause betrug der Rückstand sogar nur noch einen Punkt – ehe Frankfurt Alba innerhalb von zwei Minuten erneut überrannte, Teil zwei der großen Derrick-Allen-Show begann: Der 29-Jährige war überall auf dem Spielfeld zu finden, in der Verteidigung fing er die Pässe der Berliner ab und traf im Angriff, von welcher Position er auch warf. Elf Punkte in Folge erzielten die Skyliners, mit jedem Korb wurde das Publikum lauter. „Die beiden Frankfurter Serien in der ersten und zwei Hälfte waren zwei harte Schläge, denen wir heute nicht gewachsen waren“, sagte Pavicevic. Frankfurts Coach Gordon Herbert hatte sein Team besonders in der Verteidigung hervorragend auf Alba eingestellt: Wo die Berliner mit oder ohne Ball auch hinwollten: Ein Frankfurter war schon da.

Für Alba stemmten sich vor allem Hamann und Adam Chubb gegen den Rückstand, der nun stets mindestens neun Punkte betrug. Von Kapitän Julius Jenkins, am Ende mit sieben Punkten, und Immanuel McElroy (vier Zähler) war wenig zu sehen. Getragen von ihren längst stehenden Fans gerieten die Frankfurter nicht mehr in Gefahr, Alba war nicht mehr in der Lage, sich gegen das Aus zu stemmen. Mit der Schlusssirene schloss Steffen Hamann Julius Jenkins noch einmal in die Arme. Luka Pavicevic schüttelte Gordon Herbert die Hand, dann drehte er sich um machte sich auf den Weg in die Kabine.

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