Basketball : Siege als Therapie

Alba zeigte sich beim Auswärtssieg in Bonn nicht geschockt vom Europaliga-Aus. Im ersten Heimspiel am Sonntag gegen Ludwigsburg soll die Eigentherapie fortgesetzt werden.

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Nach dem Auftaktsieg in Bonn wollen Trainer Luka Pavicevic (r.) und Aufbauspieler Hollis Price im Heimspiel gegen Ludwigsburg nachlegen. Foto: dapd
Nach dem Auftaktsieg in Bonn wollen Trainer Luka Pavicevic (r.) und Aufbauspieler Hollis Price im Heimspiel gegen Ludwigsburg...Foto: dapd

Eine bessere Reaktion hätte man sich bei Alba kaum wünschen können. Am Freitagabend gewannen die Berliner Basketballer deutlich mit 82:62 beim großen Rivalen in Bonn, von einer Depression nach der verpassten Europaliga-Qualifikation war dabei nichts zu sehen. Am Sonntag haben die Berliner im ersten Bundesliga-Heimspiel der Saison die Chance, auch das eigene Publikum ein wenig zu trösten. Gegner ist dabei um 17 Uhr in der Arena am Ostbahnhof Ludwigsburg, die Schwaben haben bisher zwei von drei Ligaspielen verloren.

Albas Trainer Luka Pavicevic hatte seinen Spielern schon im Training in den letzten Tagen klar gemacht, was er von ihnen erwartet. „Wir müssen jetzt damit umgehen, dass wir eine Chance verpasst haben, die im Bereich unserer Möglichkeiten war“, sagte Pavicevic. „Natürlich sind wir alle traurig, aber dafür haben wir keine Zeit.“ Heute tritt Alba nicht einmal 48 Stunden nach dem Sieg in Bonn schon wieder an. Da die Berliner aber jetzt im Eurocup spielen, dessen Gruppenphase erst am 16. November beginnt, haben sie pro Woche zunächst nur ein Spiel. „Das müssen wir ausnutzen“, sagt Pavicevic. Die Fitness sei zu halten und zu verbessern, die Spielsysteme in Angriff und Verteidigung zu verfeinern und zu vertiefen. Mindestens genauso wichtig sei es jedoch, den Kopf frei zu bekommen für die noch acht Monate dauernde Bundesligasaison.

Mit dieser Einstellung eines Langstreckenläufers war Alba bereits nach Bonn gefahren. „Wir können nicht sagen: Wir müssen da um jeden Preis gewinnen“, hatte Pavicevic vor dem Spiel gesagt. „Und wenn wir verlieren, stellen wir uns auch nicht zusammen vor das Brandenburger Tor und erschießen uns.“ Auch Center Yassin Idbihi versucht, das Positive aus den sechs Spielen der Europaliga-Qualifikation im Blick zu behalten. „Es war nicht alles schlecht, was wir bisher gemacht haben“, sagt der 26-Jährige. „Wir haben nur ein katastrophales Viertel gespielt.“

Jenes dritte Viertel im Spiel gegen Charleroi, das die Berliner 12:23 verloren, hatte Alba allerdings die Europaliga gekostet. Die Spieler geben zumindest vor, sich nicht mehr mit den fatalen zehn Minuten zu beschäftigen. „Das ist schon weg“, sagt Aufbauspieler Hollis Price. „So muss es auch sein.“ Der Sieg in Bonn dürfte bereits geholfen haben, heute kann die Therapie weitergehen.

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