Berlin-Liga : TeBe rutscht weiter ab, SC Staaken trumpft auf

Jede Woche werfen wir einen Blick auf den Berliner Fußball. Heute: Während Tennis Borussia seine Talfahrt auch in der Berlin-Liga nicht stoppen kann, sorgt ein Aufsteiger für Aufsehen.

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Auf unserer Berlin-Sport-Seite werfen wir regelmäßig einen Blick auf den Berliner Fußball. Foto: promo
Auf unserer Berlin-Sport-Seite werfen wir regelmäßig einen Blick auf den Berliner Fußball.Foto: promo

Wer derzeit auf der Internetseite von Tennis Borussia vorbeischaut, wird mit einer Erfolgsmeldung begrüßt: Ein 6:1- Erfolg bei Al-Dersimspor, dritter Sieg im dritten Auswärtsspiel. Die Rede ist allerdings von den „Veilchenladys“, der erfolgreichen Damenmannschaft des Vereins. In der Frauen-Regionalliga stehen die TeBe-Damen mit zehn Punkten nach fünf Spielen gut da, wenn es so weiterläuft könnten sie am Saisonende in die Zweite Bundesliga aufsteigen.

Davon ist die Männermannschaft von Tennis Borussia derzeit so weit entfernt wir nie zuvor in der Vereinsgeschichte. In der sechstklassigen Berlin-Liga ging es nach einem Auftaktsieg stetig bergab, aktuell liegt man mit sechs Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz. Am Wochenende hatte die Mannschaft spielfrei, da sie im Pokal bereits in der ersten Runde am Landesligisten Norden-Nordwest gescheitert war.

Eine positive Überraschung in der noch jungen Berlin-Liga Saison ist der SC Staaken. Mit einer jungen Truppe sind die Randberliner im Vorjahr aus der Landesliga aufgestiegen, dort haben sie einen beachtlichen Start hingelegt und liegen nach acht Spieltagen auf dem vierten Tabellenplatz. Als bislang einziger Klub konnten die Spandauer den Spitzenreiter und Topfavoriten VSG Altglienicke bezwingen.

Für Trainer Jürgen Beyer ist die jüngste Entwicklung seiner Mannschaft zwar eine angenehme Überraschung, aber auch nicht komplett unerwartet. „Ich wusste, dass wir durchaus eine gute Rolle spielen können“, so der Coach. „Unser Ziel war ein einstelliger Tabellenplatz, bis jetzt haben wir das Optimum herausgeholt.“ Grundlage für den sportlichen Erfolg ist die gute Jugendarbeit. Die A-Junioren des SC Staaken gehören zu den besten in Berlin und spielen in der Regionalliga, auch die jüngeren Jahrgänge spielen relativ hochklassig.

Im aktuellen Berlin-Liga-Kader der Männermannschaft stehen neun Kicker aus der eigenen Jugend, wichtig ist laut Beyer aber die Mischung zwischen den jungen Talenten und den erfahrenen „Leitwölfen“, wie er sie nennt. Außerdem gäbe es unter den Spielern eine hohe Identifikation mit dem Verein, wodurch sich junge Kicker aus den Junioren-Mannschaften oft für den SC Staaken und gegen mögliche bessere Angebote von anderen Klubs entscheiden.

Das nächste Ausrufezeichen setzte der SC Staaken am Sonntag im Berliner Pilsner-Pokal mit einem 3:2- Sieg über Oberligist Türkiyemspor. Auch dieser Erfolg kam nicht ganz unerwartet. So groß sei der Unterschied zwischen sechster und fünfter Liga ja nicht, meint Beyer. Sportlich sei jedenfalls kein Unterschied zu erkennen gewesen. Begünstigt wurde der Sieg auch durch einen kuriosen Zwischenfall: Die beiden Innenverteidiger von Türkiyemspor rasselten derart heftig mit den Köpfen aneinander, dass beide schon nach vier Minuten ausgewechselt werden mussten. Der ersatzgeschwächte Oberligist war nun erst recht nicht in der Lage, die forschen Staakener in Bedrängnis zu bringen, die nun in der Runde der letzten 32 im Berliner Pilsner-Pokals stehen.

Derartige Erfolgsmeldungen hätte man bei Tennis Borussia derzeit sicherlich auch gerne, doch stattdessen gab es Mitte September eine weitere ärgerliche Nachricht: Die Auflösung der Oberliga-Mannschaft des SC Borea Dresden, die erst im Juni die Relegationsspiele um den Klassenerhalt gegen TeBe für sich entschieden hatte. Hätten die Sachsen etwas früher auf ihre finanziellen Probleme reagiert und nicht erst nach Saisonbeginn auf die Oberliga-Lizenz verzichtet, hätte es keine Relegation gegeben und die Veilchen den Klassenerhalt geschafft. Doch ob das angesichts des Sparkurses und der derzeit kaum oberligatauglichen Mannschaft der Charlottenburger von Vorteil gewesen wäre, ist eine andere Frage.

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