Berlin : Umzug in die neue Arena: Termine für Alba schon geblockt

Die neue Berliner Großarena in der Nähe des Ostbahnhofs ist bald fertig. Termine für Heimspiele von Basketball-Bundesligist Alba Berlin genießen Vorrang vor anderen Veranstaltungen. Die Alba-Verantwortlichen wollen sich auf einen Zeitpunkt des Umzugs aber noch nicht festlegen.

Helen Ruwald,Claus Vetter

Berlin - Unweit des Berliner Ostbahnhofs ist die neue Großarena schon fast fertig. Nicht nur äußerlich: Neben den Kabinen für die Eishockeyspieler der Eisbären sind auch die Kabinen für Alba Berlins Basketballer so gut wie bezugsfertig. „Selbst Termine für die Heimspiele von Alba sind schon geblockt“, sagt Moritz Hillebrand, Sprecher der Anschutz-Gruppe, dem Bauherren. Fehlt nur noch ein fertiger Vertrag, der regelt, wie Albas Umzug in die Arena funktionieren soll.

Der Tabellenführer der Basketball-Bundesliga spielt derzeit in der Max-Schmeling-Halle, und Albas Geschäftsführer Marco Baldi hält sich bedeckt, was den Spielort der kommenden Saison angeht. „Wir haben keine Tendenz“, sagt er, „ich glaube, dass wir in den nächsten vier Wochen entscheidungsfähig sein werden.“ Diskutiert würden noch wirtschaftliche Aspekte und Spieltermine. Eine Hallenmiete in Höhe von 800.000 Euro jährlich, wie in einer Sportzeitschrift verbreitet, stehe nicht im Raum. „Dann würden wir das sicher nicht machen“, sagt Baldi.

Die Anschutz-Gruppe hofft auf Alba als Mieter in der Arena. „Wir sind da bei 97 Prozent“, sagte Detlef Kornett, Europachef des Halleneigners kürzlich. Für Alba sei der Umzug äußerst attraktiv. „Die Umkleidekabinen, Regenerations- und Fitnessräume entsprechen dem Standard nordamerikanischer Profiligen.“ Sprecher Hillebrand sagt aber auch: „Wir rechnen mit Alba, aber wie lange wir mit Alba rechnen, ist eine andere Frage. Es gibt andere Veranstaltungen, die an den geblockten Terminen stattfinden könnten.“

Dass die Alba-Macher der neue Standort reizt, steht außer Frage. Durch den Eventcharakter, den Veranstaltungen in der Halle bieten, könnten neue Zielgruppen erreicht werden. Es werde keine halbe Lösung geben, heißt es aus Alba-Kreisen, die Mannschaft werde alle oder keine Spiele in der Arena austragen. Das birgt auch Gefahren: Einer mit rund 15.000 Zuschauern ausverkauften Halle bei Spitzenspielen stünde womöglich eine nicht einmal halb gefüllte Arena gegen weniger attraktive Teams gegenüber. Die Max-Schmeling-Halle war unlängst im Spitzenspiel gegen Quakenbrück erstmals in dieser Spielzeit mit rund 8800 Zuschauern ausverkauft. Das Spiel am Mittwochabend gegen Oldenburg wollten 5132 Fans sehen.

Die neue Halle steigert Berlins Attraktivität in Basketballkreisen. Aus der Europaliga verlautet, man wünsche sich Berlin als Spielort – wegen der neuen Arena. „Sports Illustrated“ meldet in der Online-Ausgabe, dass die nordamerikanische Profiliga NBA am Sonnabend ihren Plan bekanntgeben will, innerhalb der nächsten zehn Jahre nach Europa zu expandieren, mit Berlin als Standort.

Was die attraktiven Sonntagstermine betrifft, müssten sich Eisbären und Alba übrigens nicht im Wege stehen. Die neue Halle kann innerhalb von zwei Stunden von einer Eisarena in eine Basketballhalle umgerüstet werden.

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