Berliner Fußball : Tumulte beim Hallenturnier

Der SC Union Südost gewinnt die Hallenmeisterschaft der Kreisliga A - und empört damit die anderen Beteiligten. Denn zuvor hatten die Neuköllner mit grob unsportlichem Verhalten minutenlanges Handgemenge und einen Polizeieinsatz ausgelöst.

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Auf unserer Berlin-Sport-Seite werfen wir regelmäßig einen Blick auf den Berliner Fußball. Foto: promo
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"Ich bin krass enttäuscht und schäme mich für das Auftreten meiner Mannschaft. Mit so etwas möchte ich nichts mehr zu tun haben." Mit diesen Worten gab Lars Mrosko, Trainer des Berliner Kreisligisten SC Union Südost (USO) am Sonntagabend seinen Rücktritt bekannt. Auf den ersten Blick verwunderlich, immerhin hatte seine Mannschaft am selben Tag das Finale um die Hallenmeisterschaft der Kreisliga A mit einem beeindruckenden 6:0 gegen DJK Schwarz-Weiß Neukölln für sich entschieden und zum zweiten Mal in Folge die Hallen-Trophäe geholt.

Grund für den Ärger des Trainers war das unfaire Verhalten seiner Spieler. Noch vor dem Finale, in einem der Vorrundenspiele am selben Tag, kam es zu Tumulten und Handgemenge in der Schöneberger Sporthalle, ausgelöst offenbar durch Spieler und Angehörige von Union Südost. In einer von vornherein aggressiv geführten Partie zwischen den beiden späteren Final-Kontrahenten sprach der Unparteiische eine Zeitstrafe gegen einen USO-Spieler aus, der aber weigerte sich vom Feld zu gehen und beschimpfte und bedrohte stattdessen den Unparteiischen. Ein Gegenstand wurde geworfen, zahlreiche Spieler und Zuschauer stürmten auf das Feld, es kam zu Rangeleien. Der Schiedsrichter berichtet, von USO-Angehörigen bedrängt und beschimpft worden zu sein.

Auch in den Katakomben gingen die Streitigkeiten weiter, eine Kabinentür soll eingetreten worden sein. Erst die herbeigerufene Polizei konnte die Auseinandersetzungen beenden. Zu Festnahmen und Strafanzeigen kam es laut einem Polizeisprecher jedoch nicht.

Die Turnierleitung sah sich nicht veranlasst, das Turnier abzubrechen oder zumindest den SC Union Südost vom weiteren Verlauf auszuschließen, obwohl die laut der Aussage des Schiedsrichters eindeutig die Auslöser der Tumulte gewesen waren. So durften die USO-Kicker weitermachen und am Ende noch über den Pokalgewinn jubeln. Das wiederum empfanden einige angesichts der vorhergegangenen Ausschreitungen als Hohn. Im Online-Forum "Die Fans" schreiben Augenzeugen von "absolut asozialem Benehmen" der Union Südostler: "Das war ein Armutszeugnis für den BFV, dass nichts passiert ist." und:  "So wird man nicht Herr der Gewaltspirale." Auch DJK-Trainer Lambert gab sich in der Fachzeitung Fußball-Woche empört: "USO hätte nach dieser Aktion disqualifiziert werden müssen." Und zog seinerseits Konsequenzen: "Wir werden künftig nicht mehr an diesem Turnier teilnehmen."

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