BR Volleys : Auf allen Kanälen

Zum Start der Play-offs wollen die BR Volleys neue Zielgruppen erreichen, um weiter zu wachsen. Sie wollen "Sportinteressierten, die bisher nicht beim Volleyball gewesen sind, den Sport näherbringen", wie es Manager Niroomand nennt.

von
The Show must go on. Die Volleys wollen neue Zuschauer abseits des klassischen Volleyballpublikums zu Heimspielen locken.
The Show must go on. Die Volleys wollen neue Zuschauer abseits des klassischen Volleyballpublikums zu Heimspielen locken.Foto: Imago

Wer in diesen Tagen durch Berlin läuft, der muss aufpassen, nicht von einem Volleyball getroffen zu werden. Egal ob im Kino, am Mauerpark oder am Stadtstrand. Das liegt nicht nur daran, dass die BR Volleys am Mittwoch in die Play-offs starten, um 19.30 Uhr in der Schmelinghalle gegen CV Mitteldeutschland (live im Internet unter www.dvl-live.tv). Es liegt vor allem daran, dass die Volleys einige Bälle mehr in die öffentliche Wahrnehmung abfeuern. Nach dem Motto: Volleyball auf allen Kanälen. Die zweite Stufe ihrer Kampagne „Berlin spielt Volleyball“ ist auch eine Notwendigkeit. „Stillstand ist in Berlin Rückschritt“, sagt Volleys-Manager Kaweh Niroomand.

Denn seitdem der Verein vor drei Jahren den Namen SC Charlottenburg ablegte und in die Arena im Prenzlauer Berg umzog, ist er ständig gewachsen. In der abgelaufenen Champions-League-Saison hatte er mit 4691 Zuschauern den höchsten Schnitt aller Klubs in Europa. In der Bundesliga stabilisierte sich der Publikumszuspruch auf dem Niveau des Vorjahres. Die Volleys haben das bestehende Potenzial an Volleyball-Fans in Berlin ausgereizt. Daher müssen nun neue Fans für die Sportart gewonnen werden.

„Den inneren Kreis erreichen wir schon“, sagt Niroomand, „jetzt wollen wir den nächsten Kreis erreichen, Sportinteressierten, die bisher nicht beim Volleyball gewesen sind, den Sport näherbringen.“ Vor der Saison ersann der Klub mit dem Namenssponsor und einer Agentur die Kampagne „Urban Volley“, die Volleyball großstädtischer daherkommen lässt, ihn vom Image des Schul- und Turnhallensports befreien soll und die einen sechsstelligen Betrag kostete. Ein Video, wie die Mannschaft einen Ball durch die gesamte Stadt spielte, wurde professionell produziert.

Das Volleys-Logo trägt bald auch ein Beachvolleyball-Duo

Nun haben die Berliner auch eine knapp 40-minütige Dokumentation drehen lassen und ins Internet gestellt. Ein Filmteam hat die Volleys zum verlorenen Pokalfinale in Halle begleitet und zeigt die Sportler hinter den Kulissen. Seit Neuestem ist auch eine Kinokette Partner und zeigt Spots, die für Heimspiele werben. Am 6. April wird, unabhängig davon, ob die Volleys das Halbfinale an diesem Tag erreichen, ein mobiler Volleyball-Platz vor der Schmelinghalle aufgebaut – laut Klubangaben der erste seiner Art. Der Court soll künftig an mehreren Orten der Stadt auftauchen und leihweise an Vereine verlost werden.

Das Volleys-Logo trägt künftig auch ein Beachvolleyball-Duo um den früheren SCC-Diagonalangreifer Sebastian Fuchs. Dadurch soll nicht nur das coolere Image vom Sand auf die Halle abfärben. Auch sollen die Volleys im Sommer, wenn keine Ligaspiele stattfinden, nicht mehr fünf Monate im Jahr von der Bildfläche verschwinden.

Das urbanere Image des Volleyballs hat aber Grenzen, die liegen außerhalb Berlins. Außer in Dresden gibt es kein weiteres Großstadtteam, mit Moers und Unterhaching stehen zwei Erstligisten vor dem Aus, der heutige Gegner Mitteldeutschland kommt aus der 1000-Einwohner-Gemeinde Spergau.

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar