Berlin-Sport : Der zweite Umbruch

Alba Berlins Basketballer verpflichten den Spielmacher Hollis Price und suchen noch einen Centerspieler

Benedikt Voigt

Berlin - Auf Hollis Price müssen die Basketballer von Alba Berlin ein wenig warten. Während die meisten Spieler am Mittwoch oder Donnerstag in Berlin eintreffen, bleibt der 25-Jährige noch etwas länger in den USA. „Er wird von seiner alten Universität geehrt“, sagt Trainer Henrik Rödl. Ein Bankett der University of Oklahoma darf er noch miterleben, bis zum Trainingsbeginn am 28. August aber sollte er dann in Berlin eingetroffen sein. Denn Hollis Price ist der neue Spielmacher von Alba Berlin.

Trainer Henrik Rödl hat ihn in der Summerleague der NBA in Minnesota für die Houston Rockets spielen sehen und war beeindruckt. „Schnelligkeit, Wurf und Führung“, sagt Rödl knapp, seien seine Qualitäten. Der Aufbauspieler, der in der vergangenen Saison beim französischen Spitzenklub Le Mans Sarthe Basket spielte und in der französischen Liga durchschnittlich 12,6 Punkte erzielte, hat in Berlin einen Einjahresvertrag erhalten. Er soll der neue Chef auf dem Spielfeld werden, eine Qualität, die seine Vorgänger DeJuan Collins und Gerald Brown nur eingeschränkt besaßen. „Die neue Mannschaft hat sehr viel Potenzial“, sagte Rödl, „ich bin gespannt, wie das zusammenwächst.“

Nun fehlt nur noch ein Centerspieler, der Jovo Stanojevic entlasten kann. Rödl sucht auf dieser Position einen groß gewachsenen Basketballer, der seinem Team weiterhelfen kann. Das war zuletzt bei den Spielern auf dieser Position nicht der Fall, Justin Brown oder zuvor Teoman Öztürk hatten nur selten Einsätze bekommen. „Der neue Centerspieler wird mehr Qualität haben als seine Vorgänger“, sagt der Trainer.

Die Rollenverteilung im Spielaufbau hingegen ist nach der jüngsten Verpflichtung geklärt: Im Gegensatz zu den letzten Jahren wird Price die unbestrittene Nummer eins sein. In den Vorjahren hatte sich Mithat Demirel stets mit Gerald Brown oder DeJuan Collins einen Konkurrenzkampf um die Position als Nummer eins geliefert. Demirel aber unterschrieb keinen neuen Vertrag mehr bei Alba, und so wird Price alleine die Führungsrolle übernehmen, die er in Le Mans und zuvor bei der University of Oklahoma ausgefüllt hat. Flügelspieler Mike Penberthy wird seinen Landsmann gelegentlich entlasten. Der zweite Aufbauspieler aber ist der 20-jährige Litauer Martynas Mazeika. „Dass er das kann, haben wir im letzten Jahr gesehen“, sagt Trainer Henrik Rödl.

Alba hat damit erneut einen großen Umbruch vorgenommen. Nach der zweiten Saison ohne einen Erfolg mussten acht von 13 Spielern gehen – oder wollten gehen wie Stefano Garris. Die Verweildauer der Spieler bei Alba Berlin ist geringer geworden, lediglich Centerspieler Jovo Stanojevic spielt nun bereits im vierten Jahr für Alba Berlin.

Und auch am Trainerstab ist die erfolglose Zeit nicht spurlos vorbeigegangen. Nachdem der langjährige Trainer Emir Mutapcic bereits während der vergangenen Saison gehen musste – er bewirbt sich gegenwärtig in Frankfurt für einen neuen Job –, musste auch Kotrainer Burkhardt Prigge gehen. Für ihn wurde Calvin Oldham als neuer „Associate Head Coach“ verpflichtet, eine Position, die sich vielleicht mit zweiter Cheftrainer übersetzen lässt. Dem als Cheftrainer unerfahrenen Rödl sollte ein routinierter Mann an die Seite gestellt werden. Auch bei Gordon Herbert hatten die Berliner angefragt, doch der Frankfurter Coach kam nicht aus seinem Vertrag in Paris heraus. Nach all diesen Maßnahmen ist klar, was am Ende der Saison 2005/2006 stehen muss: ein oder mehrere Titel.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben