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DFB-Pokal : Beim Berliner AK schippt der Chef noch selbst

30.10.2012 11:21 Uhrvon
Ihr großer Tag. Der 4:0-Sieg gegen die TSG Hoffenheim ist bisher der Höhepunkt in der Vereinsgeschichte des Berliner Athletik Klubs. Foto: Ottmar WinterBild vergrößern
Ihr großer Tag. Der 4:0-Sieg gegen die TSG Hoffenheim ist bisher der Höhepunkt in der Vereinsgeschichte des Berliner Athletik Klubs. - Foto: Ottmar Winter

Der Berliner AK tritt als Überraschungsteam heute wieder im DFB-Pokal gegen 1860 München an. Der Klub war lange marode – bis ein Selfmade-Man aus Anatolien kam.

Türkisches Gebäck duftet im Presseraum und Mehmet Ali Han schaut zufrieden. Zeit, ein Stück zu genießen, hat er aber nicht. Hektik prägt die Szenerie, deutsche und türkische Stimmen durchdringen die Räumlichkeiten und vermischen sich zu einem schwer zu entschlüsselnden Sprachgewirr. Kaum hat der Präsident des Berliner Athletik Klubs ein Interview beendet, muss er ein neues beginnen. Gut eine Stunde dauert das Ganze.

„Am liebsten würde ich mich hinter einem Vorhang verstecken und gar nichts sagen“, erzählt Han hinterher. Dabei lächelt er. Wahrscheinlich mag er sich selbst nicht so recht zu glauben. Han scheint die Aufmerksamkeit zu genießen, die ihm und den Fußballern vom BAK dieser Tage zuteil wird.

Warum auch nicht? Sie alle haben es sich verdient.

Heute Abend spielt der BAK im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark gegen 1860 München (ab 19 Uhr im Live-Ticker bei Tagesspiegel.de). Es ist die zweite Runde im DFB-Pokal, und dass die Berliner in diesem Wettbewerb noch dabei sind, ist mehr als eine Überraschung. Als Berliner Pokalsieger wurde ihnen in der ersten Runde Bundesligist TSG Hoffenheim zugelost. Vierte Liga gegen Bundesliga, das ist meist eine klare Angelegenheit. So war es am Ende auch. Nur eben mit vertauschten Rollen. Der BAK gewann 4:0, nie hatte ein Viertligist eine Bundesligamannschaft im DFB-Pokal höher geschlagen. Oder besser: gedemütigt. Der 18. August 2012 ging in die Geschichte des Wettbewerbs ein.

Auf einmal waren die Spieler und der Trainer angesagt. Doppeltorschütze Metin Cakmak wurde nach dem Spiel per Hubschrauber ins „Aktuelle Sportstudio“ geflogen, Kevin Kruschke bekam pausenlos Mikrofone vor das Gesicht gehalten, und Trainer Jens Härtel musste erklären, mit welch außergewöhnlichem Training er seine Mannschaft in eine solche Form gebracht hatte.

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