Berlin-Sport : Ein leichter Ritt

Stormiano dominiert Hoppegartener Hauptrennen

Ingo Wolff

Hoppegarten - Mathias Sautjeau legte die Hand an sein Ohr und forderte die Zuschauer auf der Galopprennbahn Hoppegarten unmissverständlich zu stärkerem Beifall auf. Der Franzose ist bei seinen Auftritten auf den großen Rennbahnen der Welt viel Applaus für einen guten Ritt gewohnt. Schließlich ist der Jockey für den erfolgreichsten französischen Trainer Andre Fabre unterwegs und sitzt auf Pferden, deren Besitzer so eloquente Namen wie Scheich Al Maktoum oder Baron de Rothschild tragen.

Mit fast so viel Engagement wie bei seinem Sieg im 14. Hoppegartener Auktionsrennen versuchte der 30-jährige Jockey nun die Besucher auf der Tribüne aus der Hitzelethargie zu holen und die akustische Resonanz war für knapp 4000 Besucher ungewöhnlich hoch. Sautjeau hatte bei seinem ersten Auftritt in Hoppegarten gleich das wichtigste Rennen des Frühjahrs gewonnen und ritt nun mit seinem Hengst Stormiano vor der Tribüne einhändig auf und ab, um sich den persönlichen Lohn für diesen sehenswerten Ritt abzuholen. „Die Zuschauer hier sind hier sehr freundlich“, sagte Sautjeau, „ich bin sehr glücklich. Das Wetter ist toll und ich habe ein gutes Rennen absolviert.“

Den finanziellen Lohn hatte er sich schon Minuten zuvor mit seinem Zieldurchritt als Erster gesichert. 25 000 Euro bekommt das Gestüt Riepengrund als Besitzer für den Sieg des dreijährigen Hengstes und davon gehen mindestens zehn Prozent an den Jockey. Eine sehenswerter Ausbeute für nur 69 Sekunden Arbeitszeit, die der Ritt über die 1200 Meter lange Sprintstrecke gedauert hat. Doch auch für das Gestüt hatte sich das Rennen gelohnt. Mit dem Sieg hat sich der Kauf des bisher sieglosen Stormiano vor zwei Jahren in Baden Baden bei der Jährlingsauktion den Kaufpreis rentiert. An dem Hoppegartener Auktionsrennen konnten nur Pferde teilnehmen, die 2003 als Einjährige auf einer öffentlichen Versteigerung in Deutschland angeboten wurden.

Die Arbeit von Jockey und Pferd waren exzellent. Stormiano war den sechs Konkurrenten auf der so genannten Geraden Bahn – der einzigen Bahn in Deutschland, auf der es nur geradeaus geht – vorausgeeilt und hatte vor allem den favorisierten Assam bis zum Schluss direkt hinter sich gelassen. „Das Rennen war für mich und mein Pferd sehr leicht. Die Bahn ist uns sehr entgegengekommen“, sagte Sautjeau.

Für die Wetter war es diesmal leicht, den richtigen Sieger und die Reihenfolge vorherzusagen. Daher waren die Quoten nicht sehr lohnenswert. Für den richtig getippten Sieger erhielt man für zehn Euro Einsatz 74 Euro zurück, doch die Dreierwette war zusammen mit dem Drittplatzierten Pesago mit 747 Euro für zehn Euro Einsatz eher Durchschnitt. Viele Besucher hatten noch die Rekordquote vom Pfingstsonntag vor Augen, als es im Hauptrennen 105 836 Euro für die richtige Voraussage der ersten Drei gab.

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