Berlin-Sport : Ein Tritt mit Folgen

In Unterzahl spielt Union nur 2:2 gegen Eberswalde

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Berlin So berauschend war das Spiel nicht, dass es einem der Beteiligten die Sinne hätte verwirren können. Trotzdem behauptete David Bergner, Abwehrspieler des 1. FC Union, steif und fest: „Ich habe weder getreten noch geschubst, sondern nur meinen Körper dazwischengestellt.“ Seine Sichtweise teilte aber niemand so recht. Schon gar nicht Schiedsrichter René Hammer aus dem thüringischen Ranis. Der zeigte Bergner in der 23. Minute der Fußball-Oberliga-Partie gegen Motor Eberswalde wegen einer Tätlichkeit die Rote Karte. Bergner hatte bei einer Strafraumsituation, die für Union längst bereinigt war, seinem Widersacher Mirko Rücker in die Beine getreten: ohne Not, ohne Ball in der Nähe. In Unterzahl musste Union einen herben Rückschlag im Kampf um den Aufstieg hinnehmen. Gegen Abstiegskandidat Eberswalde reichte es vor 5008 Zuschauern im Stadion Alte Försterei nur zu einem 2:2 (2:1). Sechs Punkte trennen den 1. FC Union jetzt vom Tabellenführer Babelsberg 03.

„Der Knackpunkt“ sei der Platzverweis gewesen, meinte Eberswaldes Trainer Gerd Pröger. Sein Urteil über Bergners Aktion: „Das war blind, eines Profis nicht würdig.“ Bergners Unschuldsbeteuerungen wollte auch Mirko Rücker nicht wahrhaben. „Der hat mir ans Schienbein getreten, da musste es Rot geben“, sagte er. Weil Bergner seine unüberlegte Tat auch noch im eigenen Strafraum beging, gab es folgerichtig neben Rot für ihn auch noch Elfmeter für die Gäste. Maerz vollstreckte zum 1:1.

Für Union hatte alles programmgemäß begonnen. Nach nur 58 Sekunden staubte Tobias Kurbjuweit nach einem abgewehrten Freistoß von Torsten Mattuschka zum 1:0 ab. Ein Tor, das Union keinen Auftrieb gab. Dass die Mannschaft nach dem Ausgleich überhaupt noch mal in Führung ging, war weniger eigener Stärke als einem Ungeschick von Maerz zu verdanken. Der hatte im Strafraum Unions Karim Benyamina umgestoßen. Daniel Teixeira, nach vierwöchiger Verletzungspause erstmals wieder dabei, verwandelte den fälligen Elfmeter sicher.

„Wir können nicht immer attraktiv spielen, aber dieses 2:1 müssen wir nach Hause bringen“, ärgerte sich Unions Routinier Jörg Heinrich. Zum Entsetzen der Unioner traf aber Rafet Ates in letzter Minute mit einem raffinierten Heber zum verdienten 2:2-Endstand für die Gäste. Manchem Eberswalder war das Unentschieden nachher sogar noch zu wenig. „Mich hat überrascht, dass wir in der zweiten Hälfte mehr als 50 Prozent Spielanteile hatten“, sagte Mirko Rücker. Und noch etwas wird den 27-Jährigen möglicherweise gestört haben. Im Laderaum des für die Rückfahrt bereitstehenden Mannschaftsbusses der Eberwalde lagerten stapelweise Mineralwasserflaschen – mit Kohlensäure und ohne. Für Rücker aber fehlte etwas. „Jetzt könnten wir doch mal ein Bierchen trinken“, forderte er.

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