Berlin-Sport : Eine Demütigung in 51 Punkten

Albas Basketballer werden beim 52:103 in Bamberg vorgeführt und kassieren die höchste Bundesliga-Niederlage der Vereinsgeschichte

Aus der Balance geraten. Yassin Idbihi (rechts) und die anderen Berliner waren in Bamberg völlig von der Rolle.
Aus der Balance geraten. Yassin Idbihi (rechts) und die anderen Berliner waren in Bamberg völlig von der Rolle.Foto: Eibner-Pressefoto

Bamberg - Es ist keine Schande, in einer Halle zu verlieren, in der in dieser Saison auch schon europäische Größen wie Real Madrid oder Olympiakos Piräus nicht gewinnen konnten. Die Art und Weise aber, wie Albas Basketballer am Samstagabend in der Bamberger Arena untergingen, dürfte die Berliner noch eine ganze Weile beschäftigen. Im Spitzenspiel beim Deutschen Meister, Pokalsieger und aktuellen Tabellenführer war Alba völlig chancenlos und wurde vorgeführt, am Ende lautete das überdeutliche Ergebnis 52:103 (31:51). Die Baskets Bamberg blieben damit in der Bundesliga auch im 14. Spiel ungeschlagen. Für die Berliner hingegen bedeute die 51-Punkt-Klatsche die dritte Bundesliga-Niederlage in Folge – und die heftigste Liga-Schlappe in der gesamten Vereinsgeschichte. „So kann ich mir eine Alba-Mannschaft nicht vorstellen“, sagte der Berliner Team-Manager Mithat Demirel. „Wir werden genau analysieren, wie das passieren konnte.“

Nur im ersten Viertel bekamen die 6800 überglücklichen Zuschauer ein offenes Spiel zu sehen. Beim Stand von 20:20 erhöhte der Titelverteidiger den Druck in der Verteidigung. Reyshawn Terry, am Ende mit 27 Zählern bester Werfer des Spiels, erzielte sieben Punkte in Folge, während die Berliner den Ball immer wieder leicht verloren. Gegen Bambergs wechselnde Verteidigung gelang es Alba überhaupt nicht, strukturierte Angriffe aufzuziehen, nur durch Dreipunktewürfe hielt sich der Rückstand noch einigermaßen in Grenzen. Beim Stand von 29:34 beging Albas Kapitän Patrick Femerling ein Foul, das der deutsche Rekordnationalspieler nicht einsehen wollte. Femerlings Schimpftirade wurde von den Schiedsrichtern mit einem Technischen Foul bestraft. Durch drei Freiwürfe und einen Feldkorb erzielte Bamberg fünf Punkte, ohne dass die Berliner den Ball zwischendurch auch nur einmal in der Hand hatten.

Der so entstandene Zehn-Punkte-Rückstand schien die ohnehin wackelnden Berliner vollends aus dem Konzept zu bringen. Auch mit den Unparteiischen hatte die Mannschaft von Coach Luka Pavicevic kein Glück: 16 Fouls pfiffen die Schiedsrichter bis zur Halbzeit gegen Alba, bei den Bambergern hatten sie nur sechs gesehen. Dass die Berliner in den ersten beiden Vierteln keinen einzigen Freiwurf zugesprochen bekamen – Bamberg hingegen 20 – lag aber auch daran, dass sich die Gäste immer weiter vom Korb wegdrängen ließen und jedes Vertrauen in ihre Spielsysteme verloren hatten. Aufbauspieler Marko Marinovic wirkte ohne die Entlastung durch seinen verletzten Partner Hollis Price überfordert. Von Minute zu Minute wurde Bamberg überlegener, der 31:51-Pausenstand kam bereits einer Demütigung gleich.

Da die Bamberger nicht nachließen und Alba kaum besser wurde, entstand nie mehr auch nur ein Hauch von Spannung. Die Berliner konnten auch nicht davon profitieren, dass Bambergs junger Nationalcenter Tibor Pleiß mit einer Knöchelverletzung ausschied. Vor dem Schlussviertel war die Führung der Gastgeber auf 30 Punkte angewachsen. Auch Marko Marinovic handelte sich jetzt wegen Meckerns ein Technisches Foul ein, von der Bank aus durfte er zuschauen, wie die Bamberger in der Schlussphase eine bessere Jugendmannschaft aufs Feld schickten, die den Vorsprung weiter anwachsen ließ. Bambergs Leistungsträger genossen da schon lange die an Alba gerichteten „Ihr könnt nach Hause fahren“-Gesänge ihrer Fans. Tsp

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