Berlin-Sport : Erfahrung gibt den Ausschlag

Jörn-Uwe Lommel trainiert Handball-Füchse

Hartmut Moheit

Berlin - Die vielen Bewerber um den Trainerposten bei den Handballern der Berliner Füchse hatten von vornherein keine Chance. „Wir haben die ganze Zeit nur auf die Zusage von Jörn-Uwe Lommel gewartet. Als sie kam, war klar, dass er es wird“, sagt Manager Bob Hanning. Die Verbindung zum 47-jährigen Coach der ägyptischen Nationalmannschaft bestand seit Mai diesen Jahres. „Ich hatte in Kairo einen Vertrag bis zur WM 2007 in Deutschland, aber das Berliner Handball-Projekt war für mich sehr reizvoll. Ich wollte auch aus privaten Gründen zurück nach Deutschland“, begründet der 14-malige Nationalspieler seinen Schritt.

Mit der Verpflichtung von Lommel, der einst seine Berliner Frau bei einem Gastspiel in der Stadt mit TuSEM Essen kennen gelernt hatte, sind die gravierenden Veränderungen beim Zweitligisten zunächst abgeschlossen. Für Lommel gab nach Aussage von Hanning den Ausschlag, „dass ich ihm auf Augenhöhe begegnen kann“. Er sei ein international erfahrener Trainer, der nicht angeleitet werden müsse, sondern vom gestrigen Montagabend an dort weitermache, wo Hanning als bisheriger Ersatz aufgehört habe. „Wir sind uns einig, dass es eine lange Geschichte werden soll“, sagt Hanning, der sich künftig auf die wirtschaftliche Seite konzentrieren wird.

Der neue Coach identifiziert sich mit der Zielsetzung der Füchse, die einen Aufstieg in die Erste Bundesliga innerhalb von zwei Jahren vorsieht. „Ich bin mir sicher, hier in Berlin eine Mannschaft mit Perspektive aufbauen zu können. Es kann nicht sein, dass die Talente aus der Hauptstadt abwandern“, sagt Lommel, der auch Talente sichten und integrieren soll. „Wir haben den Eindruck, dass wir mittlerweile fast jeden Spieler in Berlin haben könnten, so hat sich unsere Aufbruchstimmung in Deutschland herumgesprochen, aber wir wollen und können keine weiteren Stars bezahlen“, beschreibt Vereinspräsident Frank Steffel die Lage bei den Füchsen. Mit Nationalspieler Christian Rose war den Berlinern zuvor bereits eine spektakuläre Spielerverpflichtung gelungen.

Kommenden Freitag werden sich die neuen Füchse im Saisoneröffnungsspiel in der neuen Heimspielstätte Max- Schmeling-Halle (20 Uhr) gegen den DHB-Pokalsieger Flensburg-Handewitt vorstellen. Am vergangenen Wochenende wurden sie Zweite beim Turnier in Cottbus. Im Finale gab es ein 22:26 gegen das französische Europacup-Team US Dunkerque.

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