Fechten in Berlin : Finale im Kuppelsaal

In der Stadt ist wieder der Bär los. Aber nicht nur wegen der Berlinale: Beim größten deutschen Fechtturnier wird an geschichtsträchtigem Ort um den 53. "Weißen Bären" gefochten.

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Ab dem Halbfinale wird vor geschichtsträchtiger Kulisse gefochten. Im Kuppelsaal, im Haus des Deutschen Sports an der Hanns-Braun-Straße, finden die letzten Gefechte um den 53. „Weißen Bären“ von Berlin statt. In dem schmucken Saal, in dem schon in der unschönen Zeit deutscher Geschichte 1936 um olympisches Gold gefochten wurde. Das Berliner Traditionsturnier im Herrendegen ist auch diesmal eine Veranstaltung von großer internationaler Klasse: Von den ersten 16 der Männer-Weltrangliste sind sechs Fechter am Start, darunter auch der Silbermedaillengewinner von London 2012, der Norweger Bartosz Piasecki.

Es war auch diesmal nicht einfach, das größte deutsche Fechtturnier zu organisieren, zumal der Berliner Senat die Förderung eingekürzt hat. Das Budget ist nur noch 22.000 statt bisher 25.000 Euro groß. Trotzdem starten 310 Teilnehmer ab Samstagmorgen im Horst-Korber-Zentrum (9 Uhr, sonntags ab 8 Uhr, ab 14.30 Uhr im Kuppelsaal) auf der Planche. Für Anita Herrmann, Präsidentin des Fecht-Clubs Grunewald, ist das Turnier attraktiver denn je: „Wir werden 1475 Gefechte haben, also wesentlich mehr als bei einem Weltcup.“ Zudem sei der Weiße Bär eine Chance für Fechter der Weltspitze, sich auf hohem Niveau auf den Weltcup kommende Woche in Heidenheim vorzubereiten. „Denn nach Olympia haben viele von denen nicht so viel gemacht“, sagt Herrmann.

Aus deutscher Sicht hat Jörg Fiedler beste Chancen auf den mit 500 Euro Prämie und Porzellanbär prämierten Sieg. Der aktuell 15. der Weltrangliste konnte den Weißen Bären schon 2003 und 2012 gewinnen. Von den deutschen Spitzenfechtern sind fast alle am Start, aus Berlin kommen 25 Teilnehmer. Die Chancen, dass ein Berliner das Traditionsturnier gewinnt, sind aber eher gering. Uwe Proske hat 1992 bisher als einziger Berliner überhaupt den Weißen Bären gewinnen können.

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