Füchse Berlin : Ein Tor zu wenig

Gedrückte Stimmung statt Jubelgesänge, hängende Köpfe statt Freudentänze: Der Saisonabschluss ist für die Füchse eine große Enttäuschung gewesen.

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So seh’n Verlierer aus. Füchse-Manager Bob Hanning ist enttäuscht.
So seh’n Verlierer aus. Füchse-Manager Bob Hanning ist enttäuscht.Foto: Fishing4

Berlin - Gedrückte Stimmung statt Jubelgesänge, hängende Köpfe statt Freudentänze: Der Saisonabschluss ist für die Füchse eine große Enttäuschung gewesen. 977 Tore haben die Berliner zwar in 34 Spielen der Handball-Bundesliga geworfen, aber am Ende fehlte ihnen ein Treffer, um sich für die Relegationsspiele um einen Platz im nächsten EHF-Cup zu qualifizieren. Oder, anders gesehen: Die 943 Bälle, die im Füchse-Tor landeten, waren mindestens einer zu viel.

Ob nun bei der 27:29-Niederlage zum Saisonabschluss beim VfL Gummersbach oder in einem der Spiele zuvor, ist unwesentlich. „Letztlich war der TV Großwallstadt in der Endabrechnung um dieses eine Tor besser, ist damit verdient demnächst international im Einsatz“, sagt Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning fair. Trotzdem hätte natürlich auch er den Ausgang des dritten Erstligajahres seines Teams gern anders erlebt.

Dennoch überwiegt das Positive: „Wir haben 40 Pluspunkte erreicht, damit das Vorjahrsergebnis um zehn übertroffen, sind vor allem in der zweiten Halbserie mit elf Siegen in 17 Spielen weiter gewachsen und haben in der Zuschauerresonanz in Berlin bereits Champions-League-Niveau erreicht“, zählt Hanning die für ihn herausragenden Merkmale auf. „Wir sind nicht mehr weit weg von den großen Vereinen, die schon über Jahre das Niveau bestimmen.“

Letztlich war es auch diese Erkenntnis, die das Team die Nacht zum Sonntag in Berlin durchfeiern ließ. Mit einer sehr emotionalen Rede verabschiedete Kapitän Torsten Laen die drei Stammspieler Kjetil Strand, Mark Bult und Rico Göde, die nun in anderen Mannschaften ihr Glück suchen werden. Zwar werden einige Spieler noch eine Woche gemeinsam trainieren, bevor es in den Urlaub geht, aber die meisten werden wegen Einsätzen in Nationalmannschaften oder Verletzungen schon nicht mehr dabei sein. Am 19. Juli beginnt das Training für die neue Saison. „Da werden wir wieder einen Anlauf auf den Europacup nehmen“, sagt Trainer Dagur Sigurdsson, den es in der Zwischenzeit in seine Heimat Island ziehen wird.

Zum Trainingsstart wird auch der zu den Füchsen wechselnde Nationalspieler Sven-Sören Christophersen wieder fit sein, wie er selbst bestätigte. Der Rückraumspieler leidet seit Jahren an Problemen an der Partellasehne, an der nun ein Teilanriss diagnostiziert wurde. Zunächst war deshalb eine Pause von mindestens sechs Wochen befürchtet worden, aber die Verletzung ist nun wohl doch nicht ganz so schlimm. Glück für die Füchse, denn Christophersen ist ein Spieler mit Torgarantie: 207 Treffer hat er in 31 Spielen für die HSG Wetzlar erzielt und war damit viertbester Werfer in der Bundesligasaison. Die meisten Tore für die Füchse warf mit 123 Mark Bult. Dieser Vergleich nährt die Hoffnung, dass das vierte Bundesligajahr für die Berliner keine Enttäuschung werden wird.

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