Fußball : Acht Stunden – dann war der Präsident weg

BFC Dynamo trennt sich von Mario Weinkauf.

Matthias Koch

BerlinDie Ära von Präsident Mario Weinkauf beim BFC Dynamo ist definitiv beendet. Die Mitgliederversammlung des Fußball-Oberligisten wählte den 45- Jährigen nach einem Misstrauensvotum gemeinsam mit Vizepräsident Andreas Dielert mit großer Mehrheit aus dem Präsidium. "Die Leute haben so entschieden, ich respektiere das Ergebnis“, sagte Weinkauf nach der fast achtstündigen Veranstaltung. Das taktische Scharmützel tags zuvor hatte Weinkauf nichts gebracht. Er war in einer Nacht- und Nebelaktion als Präsident zurückgetreten, um sich aus der Schusslinie zu nehmen. Doch ob der von ihm und Dielert auf den Präsidentensessel kooptierte ehemalige Vereinschef Volkmar Wanski überhaupt Präsident werden durfte, ist unklar. "Darüber entscheiden in der nächsten Woche die Juristen. Wir werden mit vielen Personen Gespräche führen“, sagte Peter Meyer.

Meyer, der bisherige Hauptsponsor, darf sich als großer Sieger dieser mit Spannung erwarteten Versammlung fühlen. Meyer entschied den Machtkampf gegen die Weinkauf- Gruppe klar für sich. Seine sechs Kandidaten und er selbst wurden mit deutlicher Mehrheit in den neuen Wirtschaftsrat gewählt. Weinkaufs Leute fielen komplett durch. Laut Statut ist Meyer damit praktisch Vereinschef. In den nächsten sechs Wochen muss der Wirtschaftsrat eine außerordentliche Mitgliederversammlung zur Wahl eines neuen Präsidiums einberufen.

Für Stimmrecht noch überfällige Mitgliedsbeträge zahlen

Das neue Zeitalter beim BFC Dynamo begann am Sonnabendvormittag mit zwei Stunden Verspätung. So lange dauerte es, bis die anfänglich 280 Mitglieder die Eingangskontrollen zum danach völlig überfüllten Vereinsheim neben dem Sportforum passiert hatten. Viele BFCer mussten für ihr Stimmrecht noch überfällige Mitgliedsbeträge entrichten.

Trotz der Bedeutung der Zusammenkunft, die von zwei Sicherheitsdiensten und einigen Einsatzwagen der Polizei bewacht wurde, blieb alles im Rahmen. "Die Emotionen kochten ab und an hoch, aber es wurde sachlich diskutiert“, sagte der Fanbeauftragte Rainer Lüdtke.

Eine Frage indes blieb am Ende unbeantwortet: Wie wird mit dem von Weinkauf akquirierten Sponsor verfahren, der 300.000 Euro und die Vermarktung des Vereinslogos ermöglichen wollte?

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