Grand Slam in Berlin : Versandet

Die deutschen Beachvolleyballer enttäuschen beim Grand Slam in Berlin – und einen neuen Besucher-Weltrekord gibt es in der Waldbühne auch nicht. Dabei regnete es während des Männerfinales zur Abwechslung mal nicht.

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Am Samstag zog erst ein kräftige Gewitterschauer über Berlin - später zeigte sich dann aber sogar die Sonne in der Waldbühne. Die Zuschauer trauten dem Wetter aber nicht so recht und so blieben viele Plätze frei. Foto: dpa
Am Samstag zog erst ein kräftige Gewitterschauer über Berlin - später zeigte sich dann aber sogar die Sonne in der Waldbühne. Die...Foto: dpa

Das Regenwasser lief Jonas Reckermann und Julius Brink in Strömen von den nassen Körpern. Gerade hatte das beste deutsche Beachvolleyball-Duo sein Achtelfinale beim Grand Slam in der Berliner Waldbühne verloren. Nun standen die Spieler bedröppelt da und suchten mit leeren Blicken nach Antworten auf lästige Fragen. „Wir haben ein Spiel verloren. Das ist enttäuschend. Das hat aber nichts mit Olympia zu tun“, sagte Brink und klang dabei wie ein Prediger. Partner Reckermann versuchte der Niederlage der Europameister aus Berlin am Freitag gegen die deutschen Kollegen Klemperer/Koreng immerhin noch eine gute Seite abzugewinnen. „Das war sicher keine berauschende Leistung von uns, aber das Positive ist, dass wir nun einige Tage mehr Training haben, bevor wir nach Klagenfurt fahren.“

Dort in Österreich findet in der kommenden Woche der letzte Härtetest der Beachvolleyballer für die Sommerspiele statt. Und im Hinblick auf Olympia haben zumindest drei der vier qualifizierten deutschen Teams noch ein bisschen Arbeit vor sich. Das jedenfalls legen die Ergebnisse von Berlin nahe. Denn beim Heimturnier enttäuschten nicht nur Reckermann/Brink. Sara Goller und Laura Ludwig scheiterten ebenfalls bereits im Achtelfinale. Gegen Jennifer Kessy und April Ross verlor das für Hertha BSC startende Duo am Samstag knapp in drei Sätzen (21:13, 18:21, 13:15). Ein Ausscheiden gegen die amerikanischen Weltmeisterinnen von 2009 ist zwar keine wirkliche Überraschung, aber wenn Goller/Ludwig sich nicht in der Gruppenphase eine überflüssige Niederlage geleistet hätten, wäre es zu diesem Duell so früh gar nicht gekommen. „Wir haben vom Kampf und von der Einstellung her alles gegeben, aber einige Situationen hätten wir besser lösen können“, sagte eine enttäuschte Sara Goller nach dem Spiel.

Immerhin bis ins Viertelfinale schafften es Jonathan Erdmann und Kay Matysik. Dort unterlagen sie den Niederländern Nummerdor/Schuil – wie bereits in der Vorrunde. „Ich bin schon ein wenig enttäuscht. Denn oft schafft man es, sich im Turnierverlauf zu revanchieren, wenn man zuvor verloren hat“, sagte Erdmann. Damit verpassten die Berliner vom VC Olympia einmal mehr den Sprung ganz nach vorn. „Wir wollen endlich mal in ein Halbfinale“, trauerte Erdmann der vergebenen Chance hinterher.

Enttäuscht. Die Europameister Reckermann/Brink scheiterten schon im Achtelfinale. Foto: dpa
Enttäuscht. Die Europameister Reckermann/Brink scheiterten schon im Achtelfinale.Foto: dpa

So ruhten am Samstagnachmittag die letzten deutschen Hoffnungen auf Katrin Holtwick und Ilka Semmler. Im Viertelfinale spielte das Duo aus Essen gegen die Australierinnen Cook/Hinchley und setzte sich nach verlorenem ersten Satz noch mit 17:21, 21:17 und 15:12 durch. „Wir können im Regen spielen. Das haben wir mit Blick auf Olympia schon mal gezeigt“, flachste Ilka Semmler hinterher. Somit hat in Berlin wenigstens ein deutsches Team das Halbfinale erreicht. Dort wartet auf Holtwick/Semmler mit den an Nummer eins gesetzten Chinesinnen Chen Xue/Xi Zhang am Sonntagvormittag allerdings eine schwere Aufgabe.

Den Sieg bei den Männern sicherte sich das brasilianische Duo Alison/Emanuel. Im Finale besiegten die Weltmeister von 2011 die US-Amerikaner Gibb/Rosenthal 21:17, 15:21 und 15:11. Der vom Veranstalter angestrebte Besucher-Weltrekord für ein Beachvolleyball-Spiel wurde dabei jedoch deutlich verfehlt. Offiziell waren nur 8 000 statt der notwendigen mehr als 18 000 Zuschauer am Samstagabend in die Waldbühne gekommen. Auch wenn dafür vor allem das Wetter verantwortlich war, so passte es zu diesem aus Berliner Sicht irgendwie verkorksten Grand Slam.

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