Handball : Füchse Berlin: Der Regisseur geht voran

Die Füchse besiegen Ahlen Hamm noch 31:28, weil Bartlomiej Jaszka trotz Verletzung stark spielt. Bereits am Dienstag müssen die Berliner erneut aufs Feld.

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Kraftvoller Einsatz. Sven-Sören Christophersen beim Torwurf. Gegen Ahlen-Hamm erzielte er sechs Treffer.
Kraftvoller Einsatz. Sven-Sören Christophersen beim Torwurf. Gegen Ahlen-Hamm erzielte er sechs Treffer.Foto: Thiemo Napierski

Berlin - Wenigstens versuchen wollte es Bartlomiej Jaszka. Nach seiner Fußverletzung „zwickte es zwar noch mächtig“, sagte der Regisseur des Handball-Bundesligisten Füchse Berlin, „aber letztlich ging es doch besser als gedacht“. Zum Glück für die Berliner, denn ohne den Polen wäre es für sie gestern in der Schmeling-Halle gegen die HSG Ahlen-Hamm wohl sehr eng geworden. „Er hat ein gutes Spiel gemacht", lobte Trainer Dagur Sigurdsson, der den 31:28 (15:10)-Sieg seiner Mannschaft gegen den Aufsteiger auch unter einem besonderen Aspekt sah: „Nach dem Abschlusstraining wussten wir nicht einmal, wer überhaupt einsatzbereit ist.“ Einige Spieler der Berliner hatten sich zuletzt Blessuren zugezogen, und so war für den Isländer „die Rückkehr auf die Siegerstraße nach der Niederlage in Göppingen das Wichtigste“.

Dabei starteten die Füchse zunächst vor 8812 Zuschauern voller Elan. Beim 14:7 (25. Minute) hatten sie ihren größten Vorsprung. Sie vermieden im Angriff den unkontrollierten Abschluss und waren stets bemüht, den freien Mann in Wurfposition zu bringen. Das klappte sehr gut, auch die Deckung mit Petr Stochl im Rücken überzeugte zunächst. „Da hat mir bei meinem Team die Begeisterung gefehlt“, sagte HSG-Trainer Kay Rothepieler.

Auffällig bei den Gastgebern war vor allem, dass Ivan Nincevic einen schwarzen Tag erwischt hatte; auch Alexander Petersson wirkte nach zwei Länderspielen für Island in den vergangenen Tagen völlig ausgelaugt. So waren es viele Einzelaktionen von Torsten Laen, Sven-Sören Christophersen und des jungen Johannes Sellin, mit denen die Füchse ihre Führung verteidigten. Und auch die Einsatzfreude von Jaszka, der alle mitriss.

Das strukturierte Spiel ging den Berliner Handballern in der zweiten Halbzeit zeitweise aber völlig verloren. Vom 20:14 (37.) bis zum 22:20 (44.) ging es mit ihnen abwärts. „Mit mehr Bewegung im Angriff gelang uns einiges“, sagte Rothenpieler. „Aber letztlich haben die Füchse verdient gewonnen.“

Dass die Berliner in dieser Saison zu Hause ungeschlagen bleiben, spricht für ihre Cleverness. Aber der Erfolg hängt auch mit der Leistungssteigerung gerade junger Spieler wie Rechtsaußen Johannes Sellin zusammen. Mit sieben Toren war er sogar erfolgreichster Werfer bei den Füchsen, gefolgt von Christophersen (6), Jaszka (5) und Laen (3). Aber auch ein Colja Löffler trug mit drei Treffern zum Sieg bei.

Ein enormer Kraftakt lag nach 60 Minuten hinter den Füchsen, denn bereits am Dienstag müssen sie im Pokal-Achtelfinale in der Schmeling-Halle (20.15 Uhr) gegen den HSV Hamburg erneut aufs Feld.

„Wie der Trainer die Mannschaft bis dahin wieder fit bekommt, ist mir ein Rätsel", sagte Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning. Etwas Positives fand er dann aber doch noch: „Wenigstens hat sich kein Spieler verletzt.“ Und wie sich die 60 Minuten auf Bartlomiej Jaszka letztlich auswirken werden, wird sich wohl erst heute herausstellen.

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