Handball : Füchse Berlin: Sieg mit Charakterstärke

Die Füchse Berlin bleiben Spitzenreiter in der Handball-Bundesliga. Der Hauptstadtklub gewann am Sonntag gegen den TV Großwallstadt auch sein siebtes Saisonspiel und ist damit als einziges Team der Liga in dieser Saison unbesiegt.

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Berlin - Auf diese Chance hatte Petr Stochl lange warten müssen. In der 14. Minute bekam er sie, in einer Phase des Spiels der Füchse gegen den TV Großwallstadt, in der es nicht sehr gut für den Spitzenreiter der Handball-Bundesliga aussah. „Ich musste sofort heiß sein, ich glaube, mir sind auch ein paar ganz gute Aktionen gelungen“, sagte der Tscheche erleichtert. Der bisher bei den Berlinern so überragend agierende Nationaltorhüter Silvio Heinevetter hatte bis zum 7:7 überraschend keine Hand an den Ball bekommen. Mit Stochl kippte das siebte Saisonspiel zu Gunsten der Füchse. Lautstark unterstützt von den 9000 Fans in der ausverkauften Max-Schmeling-Halle, drehten die Berliner plötzlich auf – bis sie mit vier Treffern in Führung lagen (12:8/23. Minute). Damit war die Grundlage gelegt für den 27:24 (14:11)-Erfolg, durch den das Team von Dagur Sigurdsson auch weiterhin verlustpunktfrei an der Tabellenspitze steht. Ein hart erarbeiteter Sieg am Ende, nach einer, so Sigurdsson, „hektischen Schlussphase“. Der Coach bescheinigte seinem Team „enormen Willen und Charakterstärke“.

Doch auch die erneute Vier-Tore-Führung beim 14:10 kurz vor der Halbzeitpause führte gegen die EHF-Cup-Mannschaft nicht zu lockeren Aktionen. „Wir hatten uns fest vorgenommen, in Berlin zu punkten“, sagte der Großwallstädter Trainer Michael Biegler und sprach von einer „vergebenen Chance“, weil seine Mannschaft an Kleinigkeiten gescheitert sei. Denn die zweite Wende in diesem Spiel drohte den Füchsen, als ihr Kapitän Torsten Laen wegen einer leichten Gehirnerschütterung beim 15:13 (34.) ausgewechselt werden musste. Er war auf das Knie eines Großwallstädter Deckungsspielers gestürzt. „Torsten ist für uns ein enorm wichtiger Spieler, das war dann schon sehr schwierig ohne ihn“, sagte Sigurdsson.

Plötzlich bekam der TV Großwallstadt das Spiel besser in den Griff. War es in der ersten Halbzeit noch Stefan Kneer gewesen, der mit seinen Toren dafür gesorgt hatte, dass der Rückstand der Gäste nicht zu groß wurde, so trafen nun Steffen Weinhold und bei den Siebenmetern Michael Spatz.

Aber auch die Füchse hatten überragende Akteure aufzuweisen: Regisseur Bartlomiej Jaszka (5 Tore) und Linksaußen Ivan Nincevic (11/5). Der Kroate verwarf zwar in der entscheidenden Phase einen „hundertprozentigen“ Ball, aber letztlich drehte er das Spiel. Großwallstadt lag nämlich plötzlich 23:22 (53. Minute) in Führung. Die Füchse standen ganz knapp vor ihrer ersten Niederlage, konnten das Spiel dann aber doch noch für sich entscheiden.

Sigurdsson wechselte Heinevetter wieder ein, und der knüpfte an seine Glanzleistungen aus den vorherigen Spielen an. Nincevic mit zwei Toren und Markus Richwien sorgten für das vorentscheidende 25:23 (57.), während Heinevetter keinen Ball mehr durchließ.

Biegler versuchte es zwar noch mit einer Auszeit, die aber nichts mehr bewirken konnte. Die Füchse brachten den Vorsprung clever über die Zeit, untermalt von den längst stehenden und leidenschaftlich singenden Fans. „Das sind die Spiele, die du gewinnen musst, wenn du im Europacup sein möchtest“, sagte Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning, der froh war, dass die „gegen Kiel und Flensburg erkämpften Bonuspunkte diesmal noch nicht angegriffen wurden“.

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