Hoppegarten : Wallfahrt zum Hengst

Zum Saisonauftakt zu Ostern beeindruckt der Hengst Overdose das Publikum in Hoppegarten - unter anderem auch Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck.

Ernst Podeswa[Hoppegarten]
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dpa-Zentralbild

Die österliche Wallfahrt war beeindruckend: Es kamen Brandenburgs Landesvater Matthias Platzeck, der ungarische Botschafter Sandor Peisch, die Schauspielerin Katja Riemann, die wegen Dopingvorwürfen gesperrte Eisschnellläuferin Claudia Pechstein, Schlagerbarde Bernhard Brink. Einer aber überstrahlte sie alle, denn wegen ihm sind am Ostersamstag viele nach Hoppegarten gekommen: der Hengst Overdose, Ungarns Sportler des Jahres 2008.

Hoppegarten-Eigner Gerhard Schöningh hatte im Marketing zu Saisonbeginn voll auf die Präsentation jenes Pferdes gesetzt, das seit Januar in Hoppegarten trainiert wird – und seine Strategie ist voll aufgegangen. Neben den Erwähnten säumten bereits eine Stunde vor Rennbeginn mehrere hundert Neugierige den Führring. „Bleibt Overdose wirklich hier in Hoppegarten? Ach, was für ein prächtiges Pferd!“ Kommentare dieser und ähnlicher Art begleiteten die Präsentation des wegen seiner Sprintstärke als „Geschoss von Budapest“ bezeichneten Galoppers. Passend zur österlichen Zeit war ein Franziskanermönch herbeigeholt worden, der den Vierbeiner segnete. In den folgenden sieben Rennen trat Overdose dann allerdings nicht auf. Trainer Sandor Ribarzski kündigte an, er hoffe nach ausgeheilter Hufverletzung am 6. Juni auf den ersten Start auf der ältesten deutschen Galopprennbahn.

Bei den Tagesereignissen teilten sich zwei der erfolgreichsten und besten Jockeys hierzulande die Siege. Im Preis der Frühlingsboten über 2000 Meter hatte White Lightning unter Eduardo Pedroza überraschend die Nase vorn, vor dem Favoriten Ordenstreuer. Letzterer war in der Vorsaison Sechster beim Deutschen Derby in Hamburg geworden.

Einen dritten Erfolg des Publikumslieblings Pedroza auf Soledad verhinderte im Osterpreis der derzeit wohl eindrucksvollste deutsche Jockey: Andrasch Starke. Sein Sieg auf Tumult brachte den Wettern, die ihn auf Sieg gesetzt hatten, das Vierfache ihres Einsatzes. Insgesamt übertraf diesmal das Niveau der Reiter das der Pferde. „Weil heute kein anderes Grasrennen in Deutschland ist und der Trip nach Hoppegarten Spaß macht“, sprach Andrasch Starke für seine Jockey-Kollegen, „ich denke, der Veranstalter hier ist auf dem richtigen Weg.“ Tatsächlich zählte Hoppegarten mit 10 500 Besuchern so viele wie schon lange nicht zu einem Auftakt. Dazu kommt noch ein um ein Drittel gesteigerter Wettumsatz. Obwohl er nicht gelaufen ist, dürfte Overdose seinen Teil dazu beigetragen haben.

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