Berlin-Sport : Im Abstiegskampf

Füchse-Handballer wollen hoch und schauen runter

Hartmut Moheit

Auf dem Spielfeld des Horst-Korber-Zentrums standen am vergangenen Freitag ein paar Handballer der Füchse Berlin und schrieben munter Autogramme. Im Prinzip war das eine feine Geste für die Fans, wäre dies nicht nach einem blamablen Auftritt des Zweitligisten gegen den TSV Burgdorf (23:30) gewesen. Statt mit hängenden Köpfen aus der Halle zu schleichen und das eigene Versagen zu hinterfragen, gingen einige Spieler schnell zum lockeren Teil des Abends über. „Diese Einstellung bereitet mir Sorgen“, sagte Füchse-Manager Bob Hanning. Die Berliner, die in der kommenden Saison den Erstligaaufstieg anstreben, kämpfen gegen den Abstieg. „Da erwarte ich schon in der Körpersprache von den Spielern eine Ansage an jeden Gegner, die von Willen und Kampfgeist geprägt ist“, forderte Trainer Jörn-Uwe Lommel.

Ansonsten waren er und Hanning zu keiner Aussage in der Lage, wie es zum Leistungsabfall des Teams kommen konnte. Selbst Christian Rose, immerhin ein Ex-Nationalspieler, zeigt derzeit nicht annähernd sein Leistungsvermögen. „Die Spieler wollen kämpfen und keiner verwirft den Ball mit Absicht“, verteidigte Lommel sein Team. Aber die großen Ziele für die kommende Saison scheinen sie zu lähmen. Erschwerend für die meisten Alt-Füchse kommt hinzu, dass mittlerweile – vertraglich gebunden – bereits ein neues Team für die kommende Saison existiert. Darin wird der eine oder andere höchstens noch einen Platz als Ergänzungsspieler finden, mehr nicht. Auch wenn es niemand von ihnen offen zugeben möchte, schafft das wohl unterschwellig einige Motivationsprobleme.

Wie groß die Sorge wegen dieser Entwicklung selbst bei Bob Hanning ist, der finanziell in kurzer Zeit eine stabile Basis aufgebaut hat, zeigt dessen Blickrichtung nach dem Spiel am Freitag. Die Niederlagen von Niestetal/Staufenberg und Varel, ein beziehungsweise zwei Punkte hinter den Füchsen platziert, ließen ihn ein wenig aufatmen. Noch sind die Füchse 16. in der Staffel Nord, aber sie könnten auch schon auf Rang 18, einem der direkten Abstiegsplätze, liegen. Am Mittwoch nun müssen sie beim HSV Insel Usedom antreten, dem Tabellenletzten. Trotz der Situation glauben im Umfeld immer noch viele, ein Sieg sei nur Formsache. Bei realistischer Betrachtungsweise ist es für die verunsicherte Mannschaft wohl eher das Spiel des Jahres.

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